BFW-Editorial von David Jacob Huber
David Jacob Huber Stellungnahme zu aktuellen Themen

BFW-Geschäftsführer David Jacob Huber vom Landesverband Niedersachsen / Bremen.

Aber all diese Ereignisse werden mittelbar oder unmittelbar Auswirkungen auf uns haben. Wir beobachten immer mehr, wie sich Unternehmen aus dem Ausland, vor allem auch aus dem asiatischen Raum, in den deutschen Markt drängen und Immobilien kaufen. Ob das gut ist oder nicht, das wird sich zeigen.

Ich komme gerade direkt von der NBank, wo heute wieder eine Tagung der konzertierten Aktion stattgefunden hat. Ministerin Rundt hat in dieser Tagung über die Planungen der Landesregierung für das restliche Jahr und darüber hinausgehend gesprochen. Einige Punkte sind ja fest: Dazu gehört das aus unserer Sicht sehr gute Förderprogramm für den Wohnungsbau. Endlich konnten wir unseren Wunsch, nach „verlorenen Zuschüssen“ durchsetzen. Niedrig verzinste Darlehen sind aktuell für die Wohnungswirtschaft bei dem derzeitigen Zinsniveau kein Investitionsanreiz mehr.

Gleichzeitig ziehen aber auch dunkle Wolken auf: In Berlin plant man die Zusammenführung von EnEV und EEG, was mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu weiteren formalen Aufwendungen führen wird.

Ob es sonst aber Verbesserungen oder Verschlechterungen geben wird, kann man derzeit noch nicht so richtig abschätzen. In Berlin wird hinter den Kulissen immer noch hart verhandelt und wir vom BFW sind mit involviert und versuchen immer wieder, die Stimme der Vernunft zu sein.

Auf den Punkt gebracht, geht es doch nur um das eine: Wir brauchen Wohnungen und wir wollen Wohnungen bauen, da wo sie gebraucht werden. Und diese Wohnungen sollten dann auch bezahlbar sein. Manch-mal möchte ich einfach nur in die Runde rufen: Gebt uns Bauland und Baurecht, den Rest schaukeln wir schon. Es könnte so einfach sein.

Heute wurde auch der nächste wohnungspolitische Kongress angesprochen, der im Herbst in Hannover stattfinden wird. Hauptthema wird dieses Mal ein Thema sein, dass uns alle berührt, aber von dem wir eigentlich nichts wissen wollen. Und unsere Kunden eigentlich auch nicht.

Tatsache ist aber, dass wir als Gesellschaft immer älter werden und dass sich auch die Anforderungen an den Wohnraum aus diesem Grund verändern werden. Nein, wir reden nicht über barrierefreie Wohnungen, das sollte eigentlich gerade im Neubau in Zukunft kein Problem mehr sein. Wir reden davon, dass wir in Zukunft schlechter sehen und hören werden oder dass wir andere Gebrechen haben, die uns in unserer Mobilität einschränken werden.

Und genau deshalb freuen wir uns auch, dass das Thema „Altersgerechtes Wohnen“ weit über das Thema „Barrierefreiheit“ hin zu altersgerechten Assistenz-Systemen (Aal-Systeme) entwickelt wird.

Wir vom BFW haben ja im letzten Jahr gemeinsam mit den IHK’s Osnabrück und Oldenburg sowie mit dem Verein GEWINET dieses Thema vorangetrieben und dazu 2 Konferenzen organisiert, die von der Fachwelt gut aufgenommen wurden. Die Ergebnisse und Erkenntnisse dieser Konferenzen werden wir gerne in die Fachgruppen zum „Wohnungspolitischen Kongress“ einbringen.

Wir müssen aber bedenken, dass wir uns 2017 wieder in einen Wahljahr befinden: Im Herbst wird eine neue Bundesregie- rung gewählt und das wird mehr als spannend. Die derzeitig vorausgesagten Ergebnisse lassen befürchten, dass eine Regierungsbildung nicht einfach werden wird.

Und unmittelbar nach der Bundestagswahl wird auch der Wahlkampf in Niedersachsen beginnen. Es wird ein sehr kurzer, von den Ergebnissen in Berlin geprägter Wahlkampf sein. Es wird spannend.

Ihr

David Jacob Huber
Geschäftsführer BFW-Landesverband
Niedersachsen / Bremen