BFW-Editorial von David Jacob Huber
David Jacob Huber Stellungnahme zu aktuellen Themen

BFW-Geschäftsführer David Jacob Huber vom Landesverband Niedersachsen / Bremen.

Beim erstmalig in kleiner Runde durchgeführten Jahresempfang des BFW-Landesverbandes sprach Dirk Streicher, neuer Vorstandsvorsitzender des Landesverbandes, das wohl größte Problem der Wohnungswirtschaft an: Bauland an geeigneter Stelle.

Alle Studien und Hochrechnungen zeigen an, dass aktuell und in den nächsten Jahren sehr viel neu gebaut werden muss, um die Bedarfe auch nur einigermaßen abzudecken.

Ministerin und Stadtbaurat loben Zusammenarbeit

Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt griff in ihren Grußworten diese Botschaft auf und versprach, gemeinsam mit den Verbänden im Rahmen einer Baulandoffensive an neuen Lösungen zu arbeiten.

Sie wies aber gleichzeitig darauf hin, dass das Land Niedersachsen hier doch recht wenig tun kann, denn letztlich sind die Kommunen für die Umsetzung verantwortlich. Dort werden die Entscheidungen über Bebauungspläne und Baurecht getroffen.

Hannovers Stadtbaurat Uwe Bodemann wies in seiner Rede auf die umfangreichen Maßnahmen hin, die die Stadt Hannover in den letzten Jahren getroffen habe, um mehr und schneller bauen zu können:

Unter anderem erwähnte er auch die Tatsache, dass die Region Hannover, neben den Landesförderungen, eigene Förderprogramme anbietet, die auch sehr gut angenommen werden und mit deren Hilfe auch Projekte umgesetzt werden.

Dabei erwähnte er auch, dass er sich über die Zusammenarbeit mit den Unternehmen des BFW sehr freue. Schließlich stemmen die Mitgliedsunternehmen des BFW allein in Hannover rund 60% des Wohnungsneubaus.

Andreas Ibel, Präsident des BFW-Bundesverbandes bedankte sich bei Karl-Heinz Maerzke, dem bisherigen BFW-Landesverbandsvorsitzenden, für die gute Zusammenarbeit.

Dieser war nach 15 Jahren an der Spitze des Verbandes bei der jüngsten „Immobiliennacht“ in Bremen zurückgetreten und hat nun den Staffelstab an Dirk Streicher weitergegeben. Damit, so Ibel, endete eine Ära.

Karl-Heinz Maerzke wird aber weiter für den BFW aktiv sein: Im Landesverband wird er in Zukunft als Beirat fungieren, im Bundesverband wird er als Vorstandsmitglied weiter seine Expertise und sein umfangreiches Wissen und seine Erfahrung konstruktiv einbringen.

Die rund 50 Teilnehmer des Empfangs hatten im Anschluss die Gelegenheit, sich im Rahmen eines Get-Togethers bei einem kleinen Imbiss und Getränken auszutauschen.

Der nächste Branchentreff, der vom BFW-Landesverband organisiert wird, findet bereits am 28. März im hannoverschen CongressCentrum „Wienecke XI“ in der Hildesheimer Straße statt:

Das „35. Hannover-Forum“ wird ganz im Zeichen des „Fiabci Prix D’Excellence“ stehen - die norddeutschen Preisträger wer-den ihre Projekte vorstellen und mit dem Fachpublikum darüber ausführlich diskutieren.

Natürlich wird es auch wieder interessante Arbeitskreise geben, die sich mit aktuellen Fragen der Wohnungswirtschaft, aber auch mit Innovationen in der Bautechnik beschäftigen werden. Ich kann Sie nur ermuntern, sich den Termin schon jetzt zu reservieren und mit dabei zu sein.

Rückblick: Bereits am 19. Januar fand in Oldenburg eine sehr interessante Veranstaltung statt, die der BFW mit fachlichem Input begleiten durfte.

Die IHK-Osnabrück veranstaltete gemeinsam mit der IHK-Oldenburg, der Metropolregion Nord-West und GEWINET seine 2. Konferenz zum Thema „Potenziale Altersgerechter Assistenzsysteme in der Wohnung“.

Dabei verfolgten rund 80 Teilnehmer aus Politik und Wirtschaft das spannende Programm, in dessen Rahmen ein Mitgliedsunternehmen des BFW-Landesverbandes Niedersachsen/Bremen seine Projekte „Altersgerechtes Wohnen“ präsentierte.

Dirk Brandt, Geschäftsführer der Residenz Vertriebs-GmbH, wies in seinen Vortrag da-rauf hin, dass altersgerechtes Wohnen keinesfalls auf der grünen Wiese am Rande der Stadt, irgendwo im Nirgendwo, stattfindet, sondern mitten in der Stadt, mitten im Quartier - gerne auch gegenüber vom Parkplatz eines Nahversorgers.

„Ältere Menschen brauchen Bewegung, Action in der Umgebung, sie wollen am Leben teilnehmen“, so Brandt in seinem Vortrag - genau das ist auch der Grund, warum die Residenzgruppe ihre Seniorenresidenzen, z.B. mit Kitas oder sogar Schützenhallen, kombinieren. Das wurde so auch im Vortrag von Dr. Marco Eichelberg vom Office-Institut bestätigt und unterstrichen.

Der Vortrag von Jessica Jacob vom Küchenhersteller tielsa über Smart-Home in modernen Küchen und den damit verbundenen Innovationen für „Altersgerechte Assistenzsysteme“ (AAL) wurde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.

In der Küche, so Jessica Jacob, spielt sich das Leben ab. „Hier werden schon heute, aber auch in Zukunft, die meisten Smart-home-fähigen Geräte angeboten werden.“

In der Talkrunde am Ende der Veranstaltung wurde festgestellt, dass das Thema „Assistenzsysteme in der Wohnung“ sehr interessant sowie auch brisant ist. Klar wurde aber auch, dass das Bewusstsein dafür noch nicht, so wie gewünscht, in der Branche angekommen ist.

Die Teilnehmer stellten schließlich einstimmig fest, dass Mobilität, Flexibilität, Design, Teilnahme/Teilhabe am Leben und Kommunikation die Punkte sind, die am stärksten nachgefragt sind und worüber am meisten nachgedacht wird.

Es scheint in der Tat so zu sein, dass wir uns alle einig darüber sind, dass wir mehr altersgerechte, barrierefreie Wohnungen brauchen. Befragt man allerdings die Bürger, dann sieht das anders aus: Keiner will zugeben, Bedarf zu haben.

Diese Beobachtung stützt die These, dass Menschen so lang als nur irgend möglich, selbstbestimmt da wohnen wollen, wo sie schon immer waren. Sie nehmen viele Mü-hen in Kauf, um dieses Ziel zu erreichen beziehungsweise das Erreichte zu erhalten.

Es war also nur mehr als logisch, dass die Niedersächsische Landesregierung in den letzten Jahren äußerst intensiv am neuen „Heimgesetz“ gearbeitet und die Möglichkeit für Wohnungsunternehmen geschaffen hat, sogenannte „Wohngemeinschaften für Menschen mit Behinderungen und Demenz“ zu gründen und zu betreiben.

Ihr David Jacob Huber
Geschäftsführer BFW-Landesverband
Niedersachsen / Bremen