Leckagen in der Gebäudehülle vermeiden
Der BlowerDoor-Test und wie er funktioniert

Prüfung der Gebäudehülle eines Neubaus mittels BlowerDoor-Test - hier durchgeführt mit dem Mess-System Minneapolis BlowerDoor.

Der BlowerDoor-Test, mit dem ein Gebäude auf Luftdichtheit überprüft wird, kann zudem vor schwerwiegenden Bauschäden schützen, die entstehen, wenn die feuchtwarme Raumluft durch Fugen in die Baukonstruktion eindringt.

Auch erhöht sich der Wohnkomfort deutlich, denn Zugluft und Kaltluftseen sind in einem luftdichten Gebäude passé. Bei der Sanierung von Altbauten kann durch die geplante und normgerechte luftdichte Ebene vielfach ein moderner Niedrigenergie- oder sogar Passivhausstandard erreicht werden.

Der Glaube, ein Gebäude müsse Ritzen und Fugen haben, um „natürlich zu atmen“, ist falsch. Ein solcher Luftwechsel erfolgt unkontrolliert, es gelangt zu viel oder zu wenig Frischluft ins Gebäudeinnere - Schadstoffe und Staub aus der Dämmung können sich mit der Raumluft vermischen. Die Lüftung eines Gebäudes sollte daher über das mehrmalige Öffnen der Fenster oder aber durch eine spezielle Lüftungsanlage erfolgen.

Von einem luftdichten Gebäude spricht man, wenn die Luft im Gebäude unter Prüfbedingungen nicht häufiger als 3 Mal pro Stun-de ausgetauscht wird.

Wird eine Lüftungsanlage im Haus installiert, darf der Luftwechsel (gem. Energieeinsparverordnung bei Prüfdruck) max. 1,5 Mal pro Stunde betragen.

„Luftdicht“ bedeutet dabei nicht das totale luftdichte Verschließen, sondern meint die Vermeidung ungewollter Leckagen in der Gebäudehülle. Denn: Die Warmluft strömt durch die Fugen nach außen und das kostet nicht nur unnötig Energie, sondern auch viel Geld.

Gleichzeitig aber transportiert die warme Luft auch Feuchtigkeit, die sich in der Außenwand des Gebäudes abkühlt und kondensiert. Das so entstehende Tauwasser kann zu sehr schwerwiegenden Bauschäden führen.

Dringt die Außenluft durch Fugen ins Gebäudeinnere, können Allergene aus der Dämmung und Staubpartikel in das Haus gelangen - gesundheitliche Beeinträchtigungen können die Folge sein.

Konstruktionsbedingte Leckagen bzw. Undichtheiten treten oft an Anschlüssen und Durchdringungen auf: Hier sollte die Luftdichtheitsschicht, die im Gegensatz zu der winddichten Ebene im Innern des Gebäu-des liegt, sehr detailliert geplant werden, um spätere kostenintensive Nachbesserungen zu vermeiden.

Für die Messung wird ein BlowerDoor-Gebläse in eine Außentür oder in ein Fenster des Gebäudes eingesetzt. Alle weiteren Außentüren und Fenster werden geschlossen, alle Innentüren des Gebäudes bleiben geöffnet.

Das automatisierte BlowerDoor-Messverfahren wird als anerkannte Regel der Technik nach DIN EN 13829 durchgeführt. Dazu wird mit Hilfe des BlowerDoor-Gebläses kontinuierlich so viel Luft aus dem Gebäu-de gesogen, dass ein nicht wahrnehmbarer Unterdruck von 50 Pascal im Objekt erzeugt wird. Die Bewohner können dabei oh-ne Beeinträchtigung während der Messung im Gebäude bleiben.

Sind Leckagen in der Gebäudehülle vorhanden, strömt durch diese Außenluft ins Gebäudeinnere. Während des Gebäude-Rundganges werden die im Haus vorhandenen Luftströmungen mittels Luftgeschwindigkeitsmessgerät oder Thermografie lokalisiert.

Die Messung der Luftdichtheit erfolgt nach Fertigstellung des Gebäudes. Eine zusätzliche vorgezogene BlowerDoor-Messung zu dem Zeitpunkt, an dem die luftdichte Hülle noch sichtbar ist, wird empfohlen, denn dann können Leckagen gezielt und oft mit wenig Aufwand beseitigt werden.

Erfolgt die Luftdichtheitsmessung nur im Nutzungszustand, sind Nachbesserungen in der Regel aufwändiger und mit wesentlich höheren Kosten verbunden.

Die BlowerDoor-Messung eines Einfamilienhauses - inklusive der Qualitätssicherung, entsprechend den EnEV-Vorgaben - dauert etwa 3 Stunden und ist eine Investition, die sich in jedem Falle auszahlt.

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