Ein selbständiger Elektromeister und die „gesellschaftliche Anerkennung“
Ein ganz gewöhnlicher Tag im Leben von Elektromeister Zarach

Elektromeister Reinhard Zarach blickt auf mehr als 4 Jahrzehnte Berufserfahrung zurück.

Die Zwei sitzen gemeinsam im Büro, der Einsatzzentrale, von Elektromeister Reinhard Zarach.

Seit über 40 Jahren ist der im sächsischen Lauta geborene und seit 1976 in Isernhagen, Ortsteil Altwarmbüchen, ansässige Unternehmer als Meister des Elektrohandwerks tätig.

Mehr als 40 Auszubildende haben sich bei ihm seither ihre ersten Sporen verdient und von Beginn an hat er sich für andere, das Umfeld seines Berufes begleitende Belange engagiert: Sei es als Mitglied der einstigen Elektrogemeinschaft Hannover - quasi der Vorgänger der heutigen enercity-profipartner -, als Lehrlingswart oder einfach auch nur als Innungsmitglied in Burgdorf.

Reinhard Zarach war und ist ein Umtriebener, ein engagierter Kämpfer, wenn es um die Interessen seines Berufsstandes geht:

„Ich habe meinen Teil, meinen gesellschaftlichen Auftrag als Unternehmer, wie aber auch als Handwerker erfüllt“, sagt er voller Überzeugung, während das Telefon klingelt und jemand anfragt, ob „da morgen mal jemand vorbeikommen“ könne, bei ihm müssten 2 Lampen umgehängt werden?

Der Elektromeister bleibt ruhig, flüstert leise: „Es ist doch erst 18.30 Uhr - das ist doch ganz normal.“

Nur als der Anrufer noch gezielt nach einem Kostenvorschlag nachfragt, wird Zarach etwas deutlicher und verweist den potenziellen Kunden auf die Morgenstunden am nächsten Tag: „Ab 6.00 Uhr können Sie mich erreichen, dann sehen wir mal nach, ob wir da noch Etwas möglich machen können?“

Auch ohne direkt dabei zu sein und Zarach persönlich zu begleiten, wird doch langsam klar, wie der Alltag dieses selbständigen Elektromeisters aussieht:

Früh morgens die Mitarbeiter, gemäß der am Abend zuvor aufgelisteten Einsatzorte, einteilen, dafür Sorge tragen, dass das zu verbauende Material auch überall dort vorhanden ist, wo es benötigt wird, und bei Problemfällen auch selbst auf der Baustelle mit Hand anzulegen.

  • Ein solcher, ganz gewöhnlicher Tag ist lang und nicht in allen Einzelheiten im Voraus zu planen:

„Fast immer wieder kommt es anders, als man vorher denkt“, sagt Zarach, nachdem er sich freundlich von dem späten Anrufer verabschiedet hat.

„So sieht er nun mal aus, unser Alltag als selbständiger Unternehmer,“ sinniert er vor sich hin, während einer seiner Mitarbeiter, der etwas vergessen hat, noch einmal einen Blick ins Bü-ro wirft und sich mit „Na, dann wünsche ich noch einen schönen Abend, Chef“ in denselbigen verabschiedet.

„Man muss heute doch froh sein, wenn man solche Leute hat“, erklärt er ungefragt und kommentiert damit auf seine Weise die fragenden Blicke unseres Redakteurs.

„Die Nachwuchsgewinnung ist heute das größte Problem im Handwerk. Vielen jungen Leuten fehlt einfach die Lust, schon in aller Frühe aufzustehen oder aber es mangelt ihnen einfach am notwendigen Grundwissen.

Was soll ich mit einem Bewerber machen, der mit Mathe und Physik 4 bei mir auf der Matte steht?

Was soll ich mit einem angehenden Studenten, der mir schon beim Bewerbungsgespräch erklärt, dass er die mögliche Ausbildung bei mir nur als Sprungbrett für eine höher dotierte Karriere in einem sich anschließenden IT-Beruf sieht?“

Die Ausbildungszahlen im Elektrohandwerk gehen deutlich zurück: „Das kann noch zu einem echten Problem für uns alle werden“, erklärt Zarach weiter und verweist dabei auch auf die Tatsache, dass der Mittelstand mit seinen Gehältern, wie sie z.B. in der Auto-Industrie gezahlt werden, nicht mithalten kann.

„Überhaupt“, sagt Zarach weiter, „vermisse ich häufig ein wenig die gesellschaftliche Anerkennung für meinen Beruf, aber das gilt auch generell für das gesamte Handwerk.“

„Was da in Zukunft noch auf uns zukommen wird, weiß ich nicht. Aber die technische Entwicklung im Elektrobereich, erfordert ein großes Maß an Anpassung und Weiterbildung in den Betrieben. Auch wird es mehr Betriebe geben, die Elektro- und Heizungstechnik zusammen, also aus einer Hand, anbieten werden.

Zarach und der Redakteur sitzen noch ein wenig zusammen, halten Ausschau, auf das, was da kommen mag - nur die Sache mit der „gesellschaftlichen Anerkennung“ will ihm selbst auf der Heimfahrt einfach nicht aus dem Kopf gehen…

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