Studentenwohnanlage „Boeselburg"
Ein reales Plädoyer für farbige Fassaden

Mit typischer, eigenwilliger Struktur fügt sich die neue Siedlung „Boeselburg“ in das Stadtbild von Münster. (Fotos: Sto / Guido Erbring)

Als einer der großen Universitätsstandorte in Deutschland, ist Münster vom aktuellen Boom der akademischen Ausbildung besonders geprägt:

Das aktive, kulturelle Leben und die demografische Struktur sowie die Attraktivität als überregionaler Wirtschaftsstandort profitieren - günstiger Wohnraum wird dagegen immer knapper.

Eine Studentenwohnanlage aus den 70er Jahren, die „Boeselburg“ im Südwesten von Münster, erschien den Verantwortlichen nicht mehr erhaltenswert.

Vielmehr entschied sich das Studentenwerk zum Bau der neuen „Boeselburg“ mit 18.000 Quadratmeter Wohnfläche für 535 Bewohner nach modernsten energetischen Standards.

Bereits von Weitem sticht die farbige Gestaltung der 4 Wohnblöcke ins Auge: In kräftigem Rot, Grün, Blau und Gelb setzen sie nicht nur farblich einen angenehmen Kontrast zu dem ansonsten funktionalistisch geprägten Äußeren der einstigen Bebauung.

Die Farbquader machen auch deutlich, dass das neue Quartier mehr sein will als nur Schlaf- und Lernstätte für Studenten - ein Ort mit eigener Identität und besonderem Charakter.

Erscheint das gestalterische Konzept vordergründig plakativ und pointiert, wandelt sich der Eindruck beim genaueren Hinsehen auf die städtebauliche Planung:

So wurde, trotz der 4 beinahe identischen Baukörper, ein differenziert formulierter, urbaner Raum geschaffen.

Die klare Asymmetrie der jetzt neu geschaffenen Gesamtanlage dynamisiert die öffentlichen Zonen, woraus sich die sehr unterschiedlichen, städteräumlichen Situationen ergeben.

Das benachbart liegende Naherholungsgebiet zwischen „Aasee“ und der „Münsterschen Aa“ steigert die besondere Attraktivität dieses Standorts noch einmal zusätzlich.

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