Prof. Töpfer begeistert Konferenzteilnehmer
Energiewende - nicht nur bei der Stromerzeugung

Der ehemalige UNEP-Direktor und langjährige Bundesumweltminister Prof. Dr. Dr. Töpfer zeigte auf, wie sich die Ziele von Paris realistisch erreichen lassen.

Mit Spannung wurde von den rund 230 Teilnehmern der Vortrag von Prof. Dr. Dr. Klaus Töpfer erwartet. Der ehemalige UNEP-Direktor und langjährige Bundesumweltminister legte dar, wie sich mit Sektorenkopplung die Ziele von Paris realistisch erreichen lassen und welche Konsequenzen es für das Finanzierungsmodell der erneuerbaren Energien geben muss.

„Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen sind die ergeizigen Klimaschutzziele nicht mehr zu erreichen“, machte Prof. Klaus Töpfer deutlich. Zwar werde der Strom inzwischen zu fast einem Drittel erneuerbar erzeugt, doch komme die Verkehrswende nicht in Gang und auch die Potenziale im Wärmebereich blieben fast ungenutzt.

Dabei bringe die Energiewende „ein ganzes Füllhorn neuer Technologien“ mit sich - da-runter die Speichertechnik, Power-to-gas, die E-Mobilität und den Offshore-Wind.

„Im Wärmebereich ist es höchste Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, wie der Einsatz von Wärmepumpen endlich vorangebracht werden kann“, sagte Töpfer. Im Mobilitätsbereich sei es aber nur eine Frage der Zeit, bis sich elektrische Antriebe und autonomes Fahren durchsetzen würden. „Wir kriegen das hin“, ermunterte Töpfer seine Zuhörerschaft.

Nach der Begrüßung durch Regionspräsident Hauke Jagau und der Vorstandvorsitzenden der Stadtwerke Hannover AG, Dr. Susanna Zapreva, hatte zuvor der Umweltdezernent der Region Hannover, Prof. Dr. Axel Priebs, die Konzepte und vielfältigen Projekte der Region Hannover vorgestellt, mit denen die ambitionierten Klimaschutz-ziele in den unterschiedlichen Zeitkorridoren 2020 und 2050 erreicht werden sollen.

„Mit dem neuen Raumordnungsplan stellen wir 1,6 Prozent der Regionsfläche für Windenergienutzung zur Verfügung“, führte Priebs als Beispiel an. Unbefriedigend sei zurzeit aber das unkooperative Verhalten der Flugsicherung, durch das es keine Planungssicherheit für den Bau von Windenergieanlagen gebe. „Damit werden unsere sorgfältigen Planungen mehr als infrage gestellt“, betonte Priebs.

Dr. Susanna Zapreva von den Stadtwerken Hannover betonte in ihrem Beitrag, dass die Energiewende in den Städten stattfinde. Hier würde immerhin 80 Prozent der Energie verbraucht und das - auch global gesehen - mit steigender Tendenz. Dabei brauchen die neuen Städte die alte Netzinfrastruktur nicht mehr, allenfalls noch die Netze für die Stromversorgung.

Die Stadtwerke Hannover würden sich als Dienstleister weiter entwickeln und nicht nur für die Wärmewende und die E-Mobilität neue Produkte auf den Markt bringen. „Die Energiemärkte befinden sich derzeit im Umbau und wir werden die Dinge aufnehmen, die die Kunden bewegen“, erklärte Zapreva.

Werner Backeberg, Vorsitzender des Kuratoriums Klimaschutzregion Hannover und Bürgermeister der Gemeinde Uetze, referierte zu den Möglichkeiten und Grenzen des kommunalen Handels.

Weitere Vorträge gab es zu den Perspektiven der Sektorenkopplung auf der Landes- und Bundesebene von Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel sowie von Dr. Karsten Sach, Abteilungsleiter im Bundesumweltministerium.

Beide betonten, dass ohne einen zügigeren Ausstieg aus der Kohleverstromung und einen deutlich schnelleren Fort-schritt bei der E-Mobilität die Klimaschutzziele für das Jahr 2020 nicht mehr erreicht werden können.

Den Abschluss bildeten eine Podiumsdiskussion und Fragen des Publikums zu den Themen der Konferenz, die von dem Geschäftsführer der Klimaschutzagentur, Udo Sahling, moderiert wurde.

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