Neue Studie: Dezentrale Batterien spielen schon bald die zentrale Rolle im Strommarkt
„Energiewende-Vorreiter“ setzen auf Stromspeicher

Installation eines großen Solastromspeichers für ein energieautarkes Haus - der Solarstromspeicher optimiert vor Ort den Eigenverbrauch und hält auch Energie zum Betanken eines Elektromobils vor.

Schon jetzt nutzen mehr als 15.000 Haushalte in ganz Deutschland mit Hilfe intelligenter Speicher den Solarstrom . Dabei stellen die sogenannten „Batteriekraftwerke” bereits heute eine Regelleistung bereit, die bisher maßgeblich von den konventionellen Kraftwerken erbracht wurde. Auch die dezentralen Batteriespeicher sind in Kürze so weit und können, ob einzeln oder im Verbund geschaltet („Schwarmstrom”), Verantwortung für einen stabilen und sicheren Netzbetrieb übernehmen.

„Um das vorhandene Potenzial vollständig zu erschließen, sind die Rahmenbedingungen entsprechend anzupassen“, betont der Autor der Studie , Prof. Dr. Michael Sterner, von der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg. Batteriespeicher helfen, Spannung und Netzfrequenz konstant zu halten, Engpässenvorzubeugen und eine „Abregelung” der Erneuerbarer Energien zu verhindern. Für den künftigen Strommarkt sollten dezentrale Batteriespeicher daher, laut Studie, als „wichtige Flexibilitätsoption” noch stärker auf Systemdienlichkeit ausgelegt werden” . So sollen auch die wirklich relevanten Märkte für Systemdienstleistungen geöffnet werden, um den vollständigen Wert der Batteriespeicher für Wirtschaft und Haushalte zu heben“.

Benjamin Low, Leiter der Abteilung „Energy” bei der Hannnover- Messe, unterstreicht auch: „In den letzten 5 Jahren hat die Batterieforschung erhebliche Fortschritte gemacht. Die Zelltechnologie wurde verbessert, neue Materialien wurden entwickelt, die Kosten der Batteriespeicher erheblich gesenkt sowie neue Produktionskapazitäten geschaffen. Diese innovativen Fortschritte im Bereich „Batteriespeicher“ waren erst kürzlich auf einer Messe in Hannover zu sehen.“ Besonders auf dem Gebiet der intelligenten Steuerung von dezentraler Erzeugung (samt Wetterprognosen, Eigenverbrauch und Optimierung des Gesamtsystems), gewinnt das Batteriesystem, als integraler Bestandteil der Gebäudetechnik, zunehmend an Bedeutung.

Die stark fallenden Preise von modernen Batteriespeichern machen häusliche Speicher für viele Photovoltaik-Anlagenbetreiber zunehmend immer interessanter. „Eigenverbrauch und netzdienliches Speichern von Solarstrom passen einfach zusammen. Die im „Batterie-Förderprogramm” der Bundesregierung festgelegte „Netzdienlichkeit” sollte fortgeschrieben und weiter entwickelt werden“, meint auch Prof. Dr. Bernd Engel, Sprecher der Arbeitsgruppe „Netzfragen” im Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar).

Nach Angaben des BSW sind allein im letzten Jahr die Preise für Batteriespeicher um durchschnittlich 25 Prozent gesunken. Zusätzlich werden kleine Batteriespeicheranlagen durch ein Programm der KfW-Bank gefördert, das finanzielle Anreize zur Netzdienlichkeit enthält - so ist die Nachfrage nach Speichern nochmals sprunghaft gestiegen.

Solarstromspeicher fürs Ortsnetz und für Zuhause

Die privaten „Vorreiter der Energiewende“ wappnen sich jetzt gegen künftig steigende Strompreise. Die Technik dafür ist da, und ausgereift: Solarmodule auf dem Dach, ein Solarstromspeicher im Keller - und schon können die Verbraucher der nächsten Strompreiserhöhung gelassen entgegensehen. Einige Tausend Haushalte bundesweit praktizieren bereits diese ganz persönliche Unabhängigkeitserklärung: „Die privaten Stromtarife sind inzwischen fast doppelt so hoch, wie die Kosten für den selbsterzeugten Solarstrom vom Dach eines Eigenheims", weiß Jörg Mayer, Geschäftsführer des BSW-Solar, den Trend zur solaren Selbstversorgung zu erklären. Da Solarstromspeicher durch ein eigenes Förderprogramm des Bundes unterstützt werden, ist der Einbau der Solarstromspeicher für viele Bürger wirtschaftlich jetzt noch interessanter.

Batteriespeicher als Baustein der Wende

Batteriespeicher gelten auch als ein wichtiger Baustein der Energiewende, um das Angebot und die Nachfrage der Erneuerbaren Energien besser aufeinander abstimmen zu können. Solarstrombatterien speichern schließlich den erzeugten Sonnenstrom am Tag zwischen und geben diesen - zeitversetzt - wieder ab, wenn er tatsächlich benötigt wird. So glätten sie auch die sog. „Einspeisespitzen”.

Damit erhöhen Batteriespeicher die Aufnahmefähigkeit bestehender, lokaler Stromnetze um bis zu 66 Prozent und reduzieren so die Kosten für den Netzausbau. Dies hatte das Fraunhofer- Institut für Solare Energiesysteme (ISE) bereits in seiner „Speicherstudie 2013” festgestellt. Wie das in der Praxis funktioniert, zeigen die Regionen Ostwürttemberg und das angrenzende Donau-Ries in Bayern: Bereits an 120 Tagen im Jahr wird dort durch dezentrale Solar-, Wind- und Bioenergieanlagen zeitweise mehr Strom produziert als verbraucht - Tendenz steigend.

Die Bürger und Unternehmen in diesem Versorgungsgebiet des Netzbetreibers NGO (Netzgesellschaft Ostwürttemberg) betreiben mehr als 25.000 Solarstromanlagen mit 490.000 Kilowatt installierter Photovoltaikleistung. So generieren sie genügend Solarstrom, um über 127.000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Die Region Donau-Ries hat eine der höchsten Einspeiseleistungen an Erneuerbaren Energien im Bundesgebiet: Hier wurden schon früh Lösungen gefunden, die künftig immer mehr Bürger im „Energiewendeland Deutschland“ brauchen werden. Heute produzieren schon 15 Prozent der hier angeschlossenen Haushalte und Betriebe ihren Strom selbst. Die Speichertechnologie ist ein wichtiger Baustein für mehr Flexibilität beim Netzmanagement“, sagt Franz Stölzle von der NGO aus Überzeugung und mit Blick auf die bisher gemachten Erfahrungen.

Was im Großen geht, geht auch im Kleinen

Der „Spitzenspeicher Nr. 1“, ein gemeinsames Projekt der EnBW ODR (Ostwürttemberg Donau- Ries) und dem Batteriehersteller VARTA Storage (ein Unternehmen der VARTA Micro Gruppe), speichert den überschüssigen Strom der Region erst zwischen und stellt ihn dann zu einem späteren Zeitpunkt wieder zur Verfügung. Was im Großen gut funktioniert, geht auch im Kleinen: „Ganz ohne technische Hilfsmittel können Solaranlagenbetreiber bereits jetzt etwa ein Drittel ihres Sonnenstroms selbst verbrauchen.

Doch: Mit einem eigenen Solarstromspeicher im Keller, ist sogar mehr als eine Verdopplung des Eigenverbrauchs möglich“, erklärt dazu Herbert Schein, Vorstandsvorsitzender der VARTA Micro Gruppe. So machen sich Immer mehr Privatpersonen, Gewerbetreibende und Landwirte mit einem Solarstromspeicher unabhängiger von den steigenden Strompreisen und nehmen ihre Energieversorgung selbst in die Hand.

„Schwarmstrom“ - was ist das eigentlich?

„Schwarmstrom“ wird verwendet, um Fluktuationen der Regelleistung (Schwankungen des verfügbaren Stroms) im Stromnetz besser auszugleichen. Diese Schwankungen des verfügbaren Stroms entstehen u.a. beispielsweise durch das plötzliche Aufkommen eines Sturms oder durch andere Wetterveränderungen. Der Schwarmstrom soll (wie der Name schon vermuten lässt) dezentral erzeugt werden und aus mehreren kleinen Stromquellen/ Generatoren bestehen, die aber zentral gesteuert werden.

Das ist besonders deshalb sinnvoll, da die klassischen Kohle-, Öl-, Gas- und Kernkraftwerke die Fluktuationen nicht flexibel genug kompensieren können. Kleine Generatoren mit einer zentralen Steuerung hingegen, können besser geregelt werden und die Fluktuationen ausgleichen. Bis 2020 soll der Anteil der regenerativen Energien an der gesamten Stromerzeugung auf bis zu 47% ansteigen, weshalb effektivere Möglichkeiten gefunden werden müssen, vor allem auch die Fluktuationen auszugleichen. Wenn man dafür z.B. die dezentralen „Mini-Kraftwerke“ benutzt, geschieht dies auf gleichzeitig ökonomische und umweltfreundliche Weise.

VARTA Storage kooperiert mit LichtBlick

Immer mehr Hausbesitzer und Unternehmen installieren sich zur Photovoltaikanlage (PV) einen Batteriespeicher hinzu. Damit können sie den lokal erzeugten Solarstrom noch effizienter nutzen. VARTA Storage geht mit dem Energieanbieter LichtBlick aus Hamburg aber einen Schritt weiter und integriert die VARTA Storage „Engion-Batterien” im Rahmen des sog. „SchwarmStrom”- Konzeptes bereits jetzt schon im Strommarkt. Damit kann jeder Besitzer eines „Engion-Speichersystems” auch Teil des Strommarktes werden: Über den von LichtBlick entwickelten „SchwarmDirigenten“ erhalten die VARTA „Engion-Systeme“ dabei ihre Steuerimpulse.

Dass die „Engion-Speicher“ eine gute Wahl für dieses Konzept darstellen, davon sind alle Partner überzeugt: „Engion-Speicher” zeichnen sich besonders durch ihr variables System aus. Dieses erlaubt es nämlich, einen Speicher in 0,5 kWh-Schritten aufzurüsten und sogar zukünftige Batterietechnologien zu integrieren. Damit ist „Engion” immer auf dem Stand der neusten Technik.

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