Veranstaltung in Lehrte mit 4 Kommunen
Energiewende wird vor Ort gemacht

An zahlreichen Informationsständen wurde aufgezeigt, wie der Klimaschutz praktisch direkt vor Ort umgesetzt werden kann. (Foto: Mirko Bartels)

Vertreten waren der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Lehrte/Sehnde, der ADFC Burgdorf/Uetze, Avacon Netz, enercity, WindStrom Erneuerbare Energien, die NaturEnergie Region Hannover sowie die 4 Gastgeber-Kommunen sowie die Klimaschutzleitstelle der Region.

Prof. Quaschning aus Berlin stimmte als erster Redner die ca. 140 Teilnehmer zum Thema „Strom, Wärme, Verkehr - Was muss sich für einen erfolgreichen Klimaschutz ändern?“ ein. Wer die Klimaschutzziele ernstnehme, müsse die Klimaschutzbemühungen drastisch intensivieren: Ein für das Jahr 2019 erwarteter Stopp des Windenergieausbaus stehe dem zum Beispiel diametral entgegen.

Bei der anschließenden Gesprächsrunde mit den Bürgermeistern der 4 Kommunen stellten Alfred Baxmann (Burgdorf), Klaus Sidortschuk (Lehrte), Carl Jürgen Lehrke (Sehnde) und Werner Backeberg (Uetze) die spannendsten Projekte und Aktivitäten in ihren Kommunen vor. Dabei zeigten sie die Hemmnisse auf und äußerten Wünsche an die Bundespolitik.

Sidortschuk betonte die wichtige Rolle von Energiegenossenschaften bei der Umset- zung der Energiewende. So könnte man in Lehrte/Sehnde noch viel mehr zur Energiewende beitragen, werde aber vor allem durch die energiepolitischen Vorgaben aus Berlin ausgebremst. Baxmann wies darauf hin, dass in Burgdorf der Klimaschutz in allen Teilen der Verwaltung verankert ist: „Ohne Klimaschutz geht nichts, aber wir haben als Kommune vielfältige wichtige Aufgaben vor Ort, die alle bewältigt werden müssen.“

Backeberg hob hervor, dass es Uetze mit eigenen Gemeindewerken und -betrieben, Windenergieanlagen sowie Wärmenetzen gelingt, hohe Wertschöpfung direkt vor Ort zu erzielen. „In Uetze kommt wirklich grüner Strom aus der Steckdose“, so Backeberg. Lehrke forderte vom Bund mehr Verlässlichkeit bei den politischen Vorgaben.

Schließlich geht es bei der Umsetzung von Klimaschutz und Energiewende um große und langfristige Investitionen. „Wir brauchen Planungssicherheit“, betonte er. Eike Müller, Projektleiter Windenergie bei der Klimaschutzagentur, stellte dar, dass man in der Region, was die Stromnetze angeht, auf der sicheren Seite sei: „Die Netze sind den Anforderungen der Energiewende gewachsen.“

Auch der abschließende Talk mit den Klimaschutzbeauftragen von Burgdorf, Lehrte und Uetze sowie der Klimaschutzleitstelle der Region bot eine gute Grundlage für den Dialog mit allen Beteiligten. Udo Sahling, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Region Hannover, der mit seinem Team moderierte, ist überzeugt vom Format der Veranstaltungsreihe: „Den Bürgern wird so deutlich gemacht, welche Klimaschutzprojekte in ihrer Kommune laufen, wer sich in welchem Projekt nachhaltig engagiert und wie sie sich selbst vor Ort einbringen können.“