Trendwende weiterhin nicht in Sicht
Ernüchternd: Genaue Analyse der Baufertigstellungszahlen

Die Rahmenbedingungen für den Neubau von Geschosswohnungen haben sich laut BFW im vergangenen Jahr verschlechtert. [Foto: Wienerberger / Joh. Vogt]

Dabei entfiel ein Großteil auf den Anstieg von Mehrfamilienhäusern (+ 9,6 Prozent bzw. + 10.100 Wohnungen) sowie den Anstieg in Wohnheimen (+ 59,3 Prozent bzw. + 5.300 Wohnungen).

Einen großen Teil der in 2016 fertiggestellten Wohnheime bilden die Unterkünfte für Flüchtlinge, die dem Wohnungsmarkt mittelfristig nicht zur Verfügung stehen. Rechnet man die Wohnheime deshalb heraus, relativiert sich der Anstieg von neu errichteten Wohngebäuden auf lediglich 6,6 Prozent (ohne Wohnheime, Berechnungen des BFW).

Andreas Ibel verwies in diesem Zusammenhang auf die neue Konjunkturumfrage unter den BFW-Mitgliedsunternehmen, die für rund 50 Prozent des Wohnungsneubaus in Deutschland zuständig sind.

„60 Prozent der BFW-Unternehmen haben festgestellt, dass sich die Rahmenbedingungen für den Neubau im vergangenen Jahr verschlechtert haben. Das führt zu unserer Prognose, dass der Anstieg der Baufertigstellungen nur kurz anhält und auch in den kommenden Jahren 300.000 Baufertigstellungen nicht überschreiten wird. Mittelfristig werden die Fertigstellungszahlen sogar wieder auf 250.000 Wohneinheiten oder noch darunter zurückgehen.“

Als Gründe werden in der BFW-Konjunkturumfrage der Baulandmangel sowie die fehlende Aussicht auf eine Besserung der administrativen Rahmenbedingungen und die Beseitigung der Haupthindernisse im überregulierten Wohnungsbau genannt.

„Die Parteien müssen in den Wahlprogrammen jetzt konkrete Maßnahmen und Impulse aufführen, wie sie den Wohnungsneubau ankurbeln wollen“, warnt der BFW-Präsident. „Sonst wird auch in den kommenden Jahren keinerlei Entspannung auf dem Wohnungsmarkt eintreten.“

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