Neustadt, Sehnde und Ronnenberg sind die neuen „Klima-Meister 2014“
Erstmals waren auch Bürger direkt am Start

Die neuen „Klima-Meister” der 2. Saison des CO2NTEST sowie alle Teilnehmer, Unterstützer und Förderer des Klimaschutz-Wettbewerbes der Region Hannover auf einen Blick.

Engagement für den Klimaschutz ist wichtig - egal, ob Sie Ihren Strom- und Wärmeverbrauch reduzieren, Ihr Mobilitätsverhalten überdenken, sich häufiger vegetarisch ernähren oder auf erneuerbare Energien setzen. Almut Kottwitz (Staatssekretärin im Niedersächsischen Umweltministerium) lobte jetzt den Einsatz der teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger sowie der Kommunen aus der Region Hannover, die am Wettbewerb teilgenommen haben.

„Mit der jetzigen Prämierung werden erfolgreiche, lokale Klimaschutzmaßnahmen einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht und damit hoffentlich viele Impulse zum Nachmachen ausgelöst“, so Kottwitz weiter, die stellvertretend für den Schirmherrn des Wettbewerbs, Ministerpräsident Stephan Weil, zur Meisterfeier gekommen war. Insgesamt gingen 17 Kommunen im Klima-CO2NTEST an den Start: In 3 Kategorien (ländliche Struktur, städtische Struktur und ländlich-städtische Struktur) holten sie Punkte in den 5 Disziplinen „Solarenergie, Bioenergie, Windenergie, Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und energieeffiziente Gebäude.” Gewertet wurde jeweils der Bestand an Anlagen sowie der Zuwachs im Jahr 2014.

Die gemeinnützige Klimaschutzagentur Region Hannover, Organisatorin und Schiedsrichterin des Wettbewerbs, hatte alle Einwohnerinnen und Einwohner aus der Region sowie die Kommunen dazu aufgerufen, ihre Anlagen und effizienten Gebäude zu melden. Weitere Daten, z.B. von Verwaltungen und Energieversorgern, gingen in die Wertung ebenfalls mit ein. „Insgesamt wurden 533 neu errichtete Anlagen erfasst - und jede einzelne hat zum Endergebnis beigetragen“, so Angelika Walther, Stellvertretende Präsidentin der Region Hannover. Bereits zum 2. Mal gelang Neustadt a. Rbge. der Sieg in der Kategorie „ländliche Struktur”. Besonders in Sachen „Windenergie” konnte die Stadt punkten: Mit gleich 4 neuen Anlagen hatte Neustadt die Nase vorn.

Ebenso gibt es in Neustadt am Rbge. den größten Zuwachs an Solarstromanlagen. Und auch bei der KWK hat die Stadt viel vorzuweisen: 5 große Anlagen mit mehr als 100 kW Leistung machen sie überzeugend zum aktuellen Meister. Auf Platz 2 folgt (wie auch 2013 bereits) Springe, Platz 3 sicherte sich Uetze. Ronnenberg holte sich den Sieg in der Kategorie „städtische Struktur” und verdrängt den Vorjahressieger, die Stadt Hemmingen, auf Platz 2. Den Titel „Klima-Meister 2014” verdankt Ronnenberg der Biogasanlage, die das knappe Rennen zwischen den beiden Erstplatzierten letztendlich für sich enscheiden konnte. Platz 3 geht an Langenhagen.

Durch einen großen Vorsprung in der Disziplin „KWK” kletterte Sehnde in der Kategorie „ländlich- städtische Struktur” auf das oberste Treppchen. Außerdem gab es in der Stadt eine große neue Solaranlage mit 140 kW Leistung, die ebenfalls viele Punkte einbrachte. Über Platz 2 in dieser Kategorie freut sich die Gemeinde Wennigsen, Platz 3 geht an Gehrden.

Claudia Fegebank gewinnt Bürger-Wertung

Die Medaillen der Bürger-Wertung verlieh Dr. Ulrich Witte, Leiter der Abteilung Umweltkommunikation und Kulturgüterschutz der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die die 3-jährige Pilotphase des Wettbewerbs finanziell und mit ihrem Expertenwissen fördert. Projekte, wie diese, motivieren Bürger, ihr eigenes Klimaschutz- Handeln zu hinterfragen und zu ändern. Der Wettbewerbs-Charakter spornt zusätzlich an, noch mehr zu tun.

„Insgesamt haben alle Teilnehmer dem Klima 14.115 Tonnen CO2 im Jahr 2014 erspart“, hob Dr. Witte hervor. „Ein Ergebnis, das hoffentlich noch viele motiviert, auch etwas für den Klimaschutz zu tun.“ In der ersten Bürger-Wertung im Klima-CO2NTEST sicherte sich Claudia Fegebank aus Hannover- Wettbergen den Titel: Mit 17.639 Punkten setzte sich die 43-Jährige deutlich ab. Gemeinsam mit ihrer Familie bewohnt sie seit 2014 ein Passivhaus - inklusive Holzheizung, Solarthermieanlage und Ökostrombezug. Ebenfalls aus Hannover kommt die Gewinnerin der Silbermedaille: Marion Hirschberger kam auf 7.838 Punkte.

Die einstige Vielfliegerin verzichtete 2014 komplett auf Flugreisen und fuhr stattdessen mit der Bahn, was ihr eine große CO2- Ersparnis und damit eine Menge Punkte einbrachte. Zudem hat sie sowohl ihren Heizenergie- als auch ihren Stromverbrauch verringert. Über die Bronzemedaille freut sich Cornelius Rüther: Der Mathematiker wohnt auch in Hannover und lag mit seiner CO2- Bilanz zum Auftakt bereits unter dem deutschen Durchschnitt, was ihm direkt Punkte einbrachte. Insgesamt kam er auf 6.416 Punkte. Der 29-Jährige besitzt kein eigenes Auto, sondern nutzt Car-Sharing.

2015 geht der Wettbewerb in die 3. Runde: „Auch dieses Mal sind wieder Kommunen sowie Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, gegeneinander anzutreten und sich mit ihrem Klimaschutz-Engagement den Titel und tolle Preise zu sichern“, so Udo Sahling, der Geschäftsführer der Klimaschutzagentur. Neben der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, wird der Klima- CO2NTEST von der Region Hannover, der Avacon AG und dem enercity-Fonds proKlima unterstützt

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