Verbraucherzentrale weist den Weg durch die aktuellen Förderprogramme
Finanzhilfen für Neubau und Modernisierung

So lassen sich die Vorgaben auf verschiedene Arten umsetzen: Beim Heizen mit einem hohem Anteil an erneuerbaren Energien ist ein geringerer Dämmstandard möglich, bei vermehrtem Einsatz fossiler Energien muss stärker gedämmt werden, um den Wärmebedarf möglichst niedrig zu halten.

Das energetische Gesamtkonzept ist demnach entscheidend, um die Vorgaben der EnEV einhalten zu können. Die Expertin empfiehlt in diesem Zusammenhang unbedingt, nicht nur die Investitions-, sondern auch die Folgekosten im Blick zu haben. „Was bisher besonders energieeffizient und förderwürdig war, wird nun Standard“, fasst Merkel die Neuerungen zusammen. Folglich passt die Förderbank des Bundes (KfW) zum 1. April 2016 ihre Förderbedingungen an:

Vergünstigte Darlehen gibt es dann nur noch für Neubauten, deren Gesamtenergiebedarf bei höchstens 55 Prozent der bis Ende 2015 zulässigen Werte liegt (KfW-Effizienzhaus-55). Dafür gibt es jetzt aber mit bis zu 100.000 Euro doppelt so viel Geld pro Wohnung. Bauherren, die ein „KfW-Effizienzhaus-70“ planen, können nur noch bis zum 31. März 2016 einen Förderantrag stellen. Danach wird die Förderung eingestellt.

Doch die Expertin weiß aus Erfahrung: „Häufig lässt sich mit geringem Mehraufwand auch ein KfW-55-Standard erreichen, hier lohnt sich eine gute Beratung.“ Die KfW fördert diese Beratung und Baubegleitung ab dem 1. April 2016 zusätzlich mit einem Zuschuss. Die strengeren Regelungen gelten nur für den Neubau - nicht aber für die Sanierung von Bestandsgebäuden.

Für Immobilienbesitzer, die ihr Haus energetisch modernisieren wollen, verbessern sich dennoch einige Förderkonditionen: So werden der Einbau neuer Heizungs- und Wohnungslüftungsanlagen mit einem höheren Zuschuss gefördert, wenn sie als sog. „Paketlösungen“ durchgeführt werden.

Jedes „Heizungspaket“ fordert zusätzlich zum Austausch des alten Kessels, dass auch das gesamte Heizsystem optimiert werden muss. Beim „Lüftungspaket“ wird verlangt, dass der Einbau der Wohnungslüftungsanlage mit mind. auch einer Wärmeschutzmaßnahme kombiniert wird.

Diese neuen Konditionen gelten ab 1. April 2016 auch für bereits seit dem 1. Januar 2016 begonnene Heizungs- oder Lüftungspakete. Anträge können ab 1. April nachträglich gestellt werden. Generell gilt : Fördergelder müssen vor Beginn einer Maßnahme beantragt werden.

Bei weiteren Fragen helfen die Berater der VZN mit einem persönlichen Gespräch, telefonisch oder online, weiter.

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