„Urbanes Gebiet“ neu in der BauN-VO
Flexiblere Vorgaben erleichtern den Neubau

Foto: LBS

Der BFW hatte bereits in seiner Stellungnahme im Juli 2016 die Ausdehnung des beschleunigten Verfahrens auf Baugebiete, die an den Innenbereich anschließen, gefordert.

Das beschleunigte Verfahren ist vorerst bis Ende 2019 befristet und gilt für Wohnbebauungspläne mit einer Grundfläche von bis zu 10.000 Quadratmetern. Auch Nutzungsänderungen zu Wohnzwecken sollen künftig erleichtert werden.

Ein weiterer, zentraler Bestandteil des Gesetzentwurfes ist die Einführung des neuen Gebietstypen „Urbanes Gebiet“ in der Baunutzungsverordnung (BauN-VO). Die verbesserte Vereinbarkeit von Wohn- und Gewerbenutzung soll zu einer effizienteren und verdichteteren Bebauung der Innenstädte führen, mit dem Ziel, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

„Wir freuen uns, dass unsere Kritik gehört und hier nachgebessert wurde: Im neuen Gebietstyp ist die Durchmischung der Regelfall und nicht mehr die Ausnahme. Auf eine strikte Parität von Wohnen und Gewerbe muss nun nicht mehr geachtet werden.“

Zudem ist im „Urbanen Gebiet“ eine dichte-re und höhere Bebauung möglich: 80 Prozent der Grundstücke dürfen damit überbaut werden, die Geschoßflächenzahl beträgt 3,0.

„Im Spannungsfeld zwischen Neuversiegelung und Neubaubedarf ist dichteres Bauen hier ein probates Mittel“, konstatiert BFW-Präsident Andreas Ibel.

Ibel betonte jedoch, dass der Erfolg und die Praxistauglichkeit des „Urbanen Gebiets“ auch von der Gestaltung des Lärmschutzes abhängig seien. „Für ein gelungenes Nebeneinander von Gewerbe und Wohnen brauchen wir eine Anpassung der TA Lärm. Hier muss von den Ländern noch einmal nachgebessert werden.“

Passive Schallschutz-Maßnahmen sowie neue Technologien der Gebäudetechnik zur Lärmreduktion sollten ebenfalls Berücksichtigung finden, so Ibel abschließend.

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