Erdgas fast so günstig wie im Jahr 2005
Gaspreise fallen auf ein 10-Jahres-Tief

Der Blick auf den Gaszähler lässt jeden Verbraucher im Herbst 2016 frohlocken und weitere Preissenkungen sind bereits angekündigt.

Der Verivox-Verbraucherpreisindex sank im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Prozent und erreichte im November erstmals das 10-Jahres-Tief von 1.180 Euro. Diese Summe bezahlt einem deutscher Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden (kWh) aktuell im Durchschnitt. Ein vergleichbarer Wert wurde zuletzt im Dezember 2005 erreicht. Damals lagen die Gaskosten bei 1.156 Euro durchschnittlich.

Danach kletterten die Gaspreise und erreichten im Dezember 2008 ein Rekordhoch. Von historisch hohen Ölpreisen getrieben, kosteten 20.000 kWh Erdgas durchschnittlich 1.619 Euro.

„Die Preisbindung von Öl und Gas war im Jahr 2008 noch besonders stark“, sagt Jan Lengerke, Mitglied der Geschäftsleitung bei Verivox. „In der Zwischenzeit haben sich die Erdgaspreise jedoch davon entkoppelt.“

In den nächsten Monaten ist mit weiteren Preissenkungen zu rechnen, da die Großhandelspreise für Gas in den vergangenen Jahren deutlich gefallen sind. An den Spotmärkten auf dem europäischen Festland lag der Preis für 10.000 kWh Erd-gas im Dezember 2014 bei durchschnittlich 24 Euro. Im Herbst 2016 schwanken die Preise um die Marke von 14 Euro, die Preise haben sich also fast halbiert.

„Angesichts der aktuellen Marktlage werden die Durchschnittspreise für die deutschen Haushalte weiter sinken“, sagt Lengerke. „Doch die niedrigeren Preise kommen nicht automatisch bei den Verbrauchern an. Die Preise der Grundversorger haben sich nämlich vergleichsweise wenig bewegt. Daher ist es wichtig, einen Gasanbieter zu finden, der die günstigen Kosten auch weitergibt.“

In dem Grundversorgungstarif des örtlichen Gasversorgers kosten 20.000 kWh Erdgas im Bundesdurchschnitt derzeit 1.434 Euro. Im günstigsten verfügbaren Tarif mit empfehlenswerten Vertragsbedingungen kostet die gleiche Gasmenge aktuell 756 Euro. Das entspricht einem Preisunterschied von durchschnittlich 678 Euro.

Bundesweit haben derzeit 86 Grundversorger Preissenkungen von durchschnittlich 6,9 Prozent angekündigt. Das entspricht ei-ner Entlastung von ca. 90 Euro. Nur ein Versorger wird die Preise zum Januar um 7,7 Prozent erhöhen.

Ab Jahresbeginn haben 464 von 698 Grundversorgern bereits Preissenkungen von 5,7 Prozent an die Verbraucher weitergegeben. In dem gleichen Zeitraum haben 32 Grundversorger Preiserhöhungen von durchschnittlich knapp 3,8 Prozent durchgeführt.

Spielraum für Preissenkungen schaffen die stark gesunkenen Beschaffungspreise für Erdgas: Das zeigt sich etwa an den Einfuhrpreisen, die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gemessen werden.

Im Juli 2014 lag der Preis für ein Terajoule Erdgas bei 5.709 Euro, im Juli 2016 ist er um rund 30 Prozent auf 3.990 Euro gesunken. Eine ähnliche Entwicklung lässt sich bei den Börsenpreisen für Erdgas beobachten, die das Statistische Bundesamt erhebt. Auch hier sind die Preise zwischen Juli 2014 und Juli 2016 um 22 Prozent gesunken.

Zwischen den einzelnen Versorgern gibt es enorme Preisunterschiede. Wie weit sich die Preisschere auf dem Gasmarkt geöffnet hat, zeigt der Preisvergleich zwischen dem durchschnittlichen Grundversorgungspreis und den günstigsten Angeboten mit verbraucherfreundlichen Bedingungen.

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