Immobilienmarktbericht 2017 vorgestellt
Hannover punktet in allen Teilmärkten

Präsentierten den Immobilienmarktbericht 2017 (v. l. n. r.): Andreas Schulten, Sabine Tegtmeyer-Dette und Ulf-Birger Franz. (Foto: Region Hannover)

Bereits zum 15. Mal gibt die Wirtschaftsförderung der Region Hannover die Studie zum gewerblichen Immobilienmarkt heraus - pünktlich zur Fachmesse Expo Real: „Dank der steigenden Nachfrage nach Flächen ist die Region Hannover am deutschen Immobilienmarkt weiterhin vorne“, ist Ulf-Birger Franz überzeugt. Für Sabine Tegtmeyer-Dette ist der Immobilienmarktbericht ein Spiegelbild des wirtschaftlichen Aufwärtstrends in der Landeshauptstadt Hannover: „Die aktuelle Veröffentlichung zeigt, dass Hannover weiterhin ein äußerst attraktiver Immobilienstandort

Büroimmobilienmarkt

Hannover zählt nach wie vor zu den wichtigsten deutschen Büroimmobilienmärkten: Wegen des niedrigen Marktrisikos und guter Wachstumsperspektiven, interessieren sich Investoren aus dem In- und Ausland für Büro-Objekte in Hannover. In den letzten 5 Jahren sind rund 185.000 qm Bürofläche neu gebaut und 170.000 qm grundsaniert worden. Bis 2020 werden perspektivisch noch 270.000 qm (davon 70.000 qm Sanierung) hinzukommen.

Die Expertenrunde hat für das Jahr 2016 120.000 qm neu vermietete Bürofläche in Hannover, Garbsen, Laatzen und Langenhagen ermittelt. Aktuell entwickeln sich die Umsatzzahlen gegenüber dem Vorjahr stabil bis leicht steigend. Der Flächenumsatz im Büroimmobilienmarkt lag im ersten Halbjahr 2017 bereits bei etwa 50.000 qm reiner Vermietungsleistung. Hinzu kommen Baustarts von mehreren Eigennutzern, die sich auf 25.000 qm summieren. Die Spitzenmiete für Büros in attraktiven Innenstadtlagen steigt auf 15,30 Euro pro Quadratmeter.

Logistikimmobilienmarkt

Zentrale Lage, hervorragende Infrastruktur, sehr gut angebundene Gewerbeflächen: Die Region Hannover ist bei Logistikunternehmen beliebt. Ähnlich wie im bundesdeutschen Markt, ist auch in der Region Hannover zu beobachten, dass Logistikdienstleister sich mit dem Bau moderner Logistikzentren flexibel auf die variierenden Anforderungen der Kunden einstellen wollen. So werden zum Beispiel immer mehr Projekte auf den Markt gebracht, die als Multi-User- Hallen flexibel nachvermietet werden können.

Mehrere Projektentwickler und auch Eigen- nutzer haben sich in den vergangenen Jahren strategisch günstig gelegene und planungsreife Grundstücke in der Region gesichert. Insgesamt summieren sich derzeit die für die nächsten Jahre (bis 2020) geplanten und bekannten Projekte (mit Baurecht) auf rund 350.000 qm Hallen- und 30.000 qm logistisch genutzte Büro- und Zwischen-Geschossflächen. Davon sind derzeit etwa 115.000 qm im Bau. Im letzten Jahr wurden rund 175.000 qm Hallenfläche umgesetzt, für 2017 sind stabile bis leicht steigende Umsätze zu erwarten.

Die Spitzenmieten für Hallenflächen steigen leicht an - auf 4,60 Euro pro qm, die Durchschnittsmieten auf 3,70 Euro pro qm. „Das zeigt, dass der Standort das Potenzial hat, bei entsprechendem Angebot deutlich höhere Mieten für Logistikimmobilien zu erzielen“, erklärt Wirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz.

Einzelhandelsimmobilienmarkt

Die Innenstadt Hannovers ist eine der natio- nalen Top-Lagen im Einzelhandel. Obwohl die Konkurrenz durch den Internethandel weiter zunimmt, bleiben die Einzelhandelsumsätze vor Ort stabil bzw. wachsen leicht. Im stationären Einzelhandel werden rund 6,64 Milliarden Euro ausgegeben. Damit bleibt die Region Hannover einer der umsatzstärksten Standorte.

„Mit der derzeit in Arbeit befindlichen Fortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzepts streben wir an, diese Position weiter zu festigen“, berichtet Sabine Tegtmeyer-Dette. Die „Georgstraße“ ist mit bis zu 12.000 Passanten pro Stunde eine der am stärksten besuchten Einkaufsstraßen in Deutschland. Die Spitzenmieten in den 1a-Lagen deutscher Städte haben an vielen Standorten Ende 2016 einen vorübergehenden Höhepunkt erreicht - auch in Hannover. Im Verlauf des ersten Halbjahres 2017 erwarten die hannoverschen Marktteilnehmer ein Absinken der Spitzenmiete auf 195 Euro (das sind 5 Euro weniger als 2016).

Wohnimmobilienmarkt

Wachsende Bevölkerung, steigende Nach- frage auf dem Wohnungsmarkt: Vor allem die Landeshauptstadt erlebt einen regelrechten Boom. Kein Wunder: Aktuell leben in der Region Hannover rund 1,17 Mio. Menschen, bis 2030 wird die Bevölkerung aktuellen Prognosen zufolge weiter ansteigen. Mit Blick auf das skizzierte Bevölkerungswachstum wird deutlich, dass aktuell und auch in Zukunft ein erheblicher Bedarf an neuem Wohnraum besteht.

Im Zeitraum 2007 bis 2016 wurden nur rund 6.100 neue Wohnungen in der Stadt Hannover fertiggestellt, im Umland knapp 11.200. Im Schnitt sind in den letzten 5 Jahren in Hannover rund 800 neue Wohnungen jährlich fertiggestellt worden, im Umland rund 1.400. Die Kommunen reagieren offensiv, um den Wohnbau anzukurbeln, alleine die Stadt Hannover hat im Jahr 2016 Bebauungspläne für rund 1.700 Wohnungen verabschiedet.

Die anhaltenden niedrigen Zinsen eröffnen weiten Bevölkerungsschichten noch günstige Perspektiven für den Erwerb von Wohneigentum. Mit Blick auf die hohe Nachfrage und das geringe Angebot, lässt sich das auch an der Preisentwicklung erkennen. Die Spitzenpreise für Neubau-Eigentums- wohnungen in sehr guten Lagen liegen derzeit bei 5.500 Euro pro Quadratmeter, im Mittel bei 3.800 Euro pro Quadratmeter. In der gesamten Region besteht erheblicher Bedarf, kostengünstig neuen Wohnraum anzubieten. Stadt und Region Hannover haben dafür jeweils eigene Wohnbauinitiativen und Förderprogramme gestartet - über 90 Mio. Euro stehen dafür in den nächsten Jahren zur Verfügung.

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