BFW-Editorial von David Jacob Huber
Januar / Februar 2018 Stellungnahme zu aktuellen Themen

David Jacob Huber, BFW-Geschäftsführer, Landesverband Niedersachsen / Bremen

Eins ist aber sicher: sollte es zu einer GroKo auf Bundesebne kommen, wird der ohnehin schon geschwächte Wohnungsbau weiter ausgebremst werden. Die aktuelle Situation ist schon fast schizophren: Das Thema „Bezahlbares Wohnen“ stand schon bei den Jamaika-Sondierungen und jetzt bei den GroKo-Verhandlungen ganz oben auf der Agenda. Gleichzeitig wurde eifrig über die Verschärfung der Mietpreisbremse und die Nachjustierung für barrierefreies Wohnen diskutiert und verhandelt. Allein diese beiden Punkte sind Investitionsfeindlich, besonders für bezahlbares Wohnen.

Nun steht auch noch das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes im Raum, das eine Veränderung der Berechnung der Grundsteuer verlangt. Das Bundesfinanzministerium hat bereits ein neues Modell vorgelegt, das wir vom BFW für verschiedene Immobilien durchgerechnet haben. Und das Ergebnis ist erschreckend: Sollte die Berechnung, so wie sie jetzt im Raum steht, durchgewunken werden, würde dies eine Mehrbelastung von bis zu 200 Euro jährlich je Wohnung bedeuten.

Gleichzeitig ist aber damit zu rechnen, dass die einzelnen Kommunen die Verwirrung um die neue Berechnung der Grundsteuer nutzen werden, um auch die Hebesätze anzupassen. Und das bestimmt nicht nach unten. In den letzten Tagen konnte man der Presse entnehmen, dass der Bedarf an Wohnraum in den nächsten Jahren abnehmen wird. Begründet wird das mit der Tatsache, dass die Zahl der erteilten Baugenehmigungen zurückgegangen und nun wieder auf dem Stand von 2008 angekommen ist.

Dass die Schlüsse, die aus diesem Verlauf gezogen werden, Quatsch sind, beweisen die Zahlen der Wohnungssuchenden, die in den Metropolen immer mehr werden: Zum Beispiel in München kommen derzeit auf jede freie Wohnung rund 250 Wohnungssuchende. Hier in Hannover ist es noch nicht so schlimm, aber es sind immerhin noch etwas über 60 Suchende, die auf eine freie Wohnung hoffen.

Bezahlbaren Wohnraum herzustellen, ist mittlerweile eine Kunst geworden. Die Bauvorschriften werden deutlich schärfer, die Lohn- und Arbeitskosten steigen, wie auch die Planungskosten, überproportional und nicht zuletzt verteuern sich auch die Materialkosten. Es klingt verrückt, aber selbst Beton wird zur Mangelware. Meine Kollegen in Berlin berichten davon, dass Betonlieferunternehmen gerade eine Preissteigerung im zweistelligen Prozentbereich durchgesetzt haben mit dem Argument: „Entweder Sie akzeptieren oder wir fahren andere Baustellen an!“

Ich bin wirklich froh, dass wir in Niedersachsen sind. Nach dem kürzesten aller Wahlkämpfe haben wir relativ schnell eine neue Landesregierung bekommen. Und wir haben nun mit Minister Olaf Lies einen echten „Bauminister“. Ja, das ist in der Tat neu! Das Ministerium heißt in der Tat: „Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz“. Willkommen Herr Bauminister!

In einer seiner Reden seit Amtsantritt hat Olaf Lies schon sehr konkret beschrieben, was das für die Branche bedeutet und das lässt uns auf gute und positive Entscheidungen hoffen. Ich freue mich in der Tat schon darauf, im Rahmen der verschiedenen Gremien mit unserem Bauminister zusammenzuarbeiten. Der BFW-Landesverband wächst weiter und neue Unternehmen schließen sich uns an.

Wir freuen uns sehr, die folgenden Unternehmen im Verband willkommen zu heißen:

  1. HIT Hanseatische Immobilien Treuhand GmbH aus Stade mit den Niederlassungen in Hannover und Rinteln,

  2. das Baumeisterhaus-Unternehmen Mammen Wohnbau GmbH aus Lütetsburg,

  3. die DKB Deutsche Kreditbank AG.

Wir freuen uns über deren Beitritt und wünschen viel Erfolg in einem starken Netzwerk.

An dieser Stelle möchte ich nun kurz darauf eingehen, dass wir mit der DKB wieder ein Bankunternehmen als Mitglied aufgenommen haben. Das liegt daran, dass dieses Unternehmen sich schon sehr lange in der Immobilienwirtschaft bewegt und besonders den Verwaltern ein guter und zuverlässiger Partner war und ist. Das Unternehmen geht einen im Bankenbereich derzeit durchaus unüblichen Weg - statt Niederlassungen zu schließen, werden neue eröffnet. So ist die DKB ab dem 1. März auch in Hannover vor Ort, um Ihnen als Unternehmer noch besser zur Verfügung stehen zu können. Ich freue mich auf eine gute und konstruktive Zusammenarbeit mit Frau Rudolph, die die Leitung der Niederlassung in der niedersächsischen Landes- hauptstadt übernehmen wird.

Ich möchte Sie aber auch noch auf das bevorstehende „36. Hannover-Forum“ hinweisen, das am 17. April ganz im Zeichen von „Smart Home“ und „Smart City“ in Hannover stattfinden wird. Die Einladungen dazu werden in Kürze versandt.

Bis dahin verbleibe ich
Ihr
David Jacob Huber
BFW-Geschäftsführer Landesverband Niedersachsen / Bremen