Eigentümergemeinschaften im Fokus
KfW-Förderungen als Zuschuss oder Kredit

Noch wenig genutzt: KfW-Programme für Wohneigentümergemeinschaften.

Über 80 Prozent der deutschen Wohneinheiten gehören privaten Einzeleigentümern, die die Entscheidungshoheit über nötige Sanierungsmaßnahmen an ihrer Immobilie haben. Anders sieht es bei Wohneigentümergemeinschaften aus - sie stehen bei Modernisierungs- oder Sanierungsvorhaben oft vor einem Hindernis:

Die Rücklagen reichen für überfällige Sanierungen, wie etwa die Fassadendämmung oder den Einbau neuer Fenster, nicht aus. Der Bundesgerichtshof traf dazu bereits 2015 eine Entscheidung zur Kreditaufnahme von WEGs. Damit ist rechtssicher, dass Eigentümergemeinschaften für die Finanzierung solcher Maßnahmen längerfristige Darlehen in Anspruch nehmen können.

Sanierungsstau und Zahlungsausfall

Gut zu wissen: Der Beschluss zur energetischen Sanierung in der WEG benötigt keine Einstimmigkeit. Vorausgesetzt, die Maßnah-me erhöht den Gebrauchswert des Gemeinschaftseigentums nachhaltig, reicht eine qualifizierte Mehrheit von 75 Prozent von den Stimmberechtigten, wenn sie mehr als die Hälfte der Miteigentumsanteile besitzen.

Bislang werden KfW-Programme von WEGs selten genutzt. Das häufigste Hindernis: Kommt es bei einzelnen Eigentümern zum Zahlungsausfall, haften kollektiv die verbleibenden Mitglieder. Dieses Manko haben einige Bundesländer erkannt. So wenden Baden-Württemberg und Hessen das Risiko des Zahlungsausfalls ab, indem sie KfW-Kredite mit einer Bürgschaft absichern.