BFW-Editorial von David Jacob Huber
März / April 2018 Stellungnahme zu aktuellen Themen

David Jacob Huber, BFW-Geschäftsführer, Landesverband Niedersachsen / Bremen

Da, wo es nicht geschneit hat, war es kalt - viel zu kalt für diese Jahreszeit. Die Heizsaison geht jetzt bereits über mehr als 6 Monate, denn es war ja auch schon im Oktober und November richtig kalt. Und das werden viele Mieter spüren, denn die Heizkosten in dieser Saison werden höher als in all den Jahren zuvor ausfallen. Nun stellt sich die Frage, ob das Wetter, das immer mehr ins Extreme geht, weitere Anforderungen an die Gebäude stellen wird oder nicht. Ich glaube zumindest teilweise, dass wir im Neubau wie auch in der Bestandssanierung ein Stück weiterdenken müssen.

Einerseits tun wir gut daran, auch künftig auf erneuerbare Energien zu setzen - allerdings mehr bezogen auf Quartiere und Einzelobjekte und weniger auf riesige Windräder mitten in der Natur. Andererseits werden wir aber - und das wird wieder kommen - mehr auf sommerlichen Wärmeschutz setzen müssen, damit wir in der heißen Jahreszeit unsere Gebäude kühlen können. Und genau da schließt sich nun ein Kreis, der technisch heute schon sehr gut bedient werden kann - mit Hilfe der Wärmepumpe. Mit einer Wärmepumpe, eingebettet in ein kluges System, kann man heute im Sommer das Objekt kühlen und sich gleichzeitig, in welcher Form auch immer, ein Wärmepolster für den Winter zulegen.

Da das Wetter allgemein immer unberechenbarer wird und Starkregen-Ereignisse zunehmen werden, tut jeder Bauherr gut daran, sein Objekt auf solche Ereignisse vorzubereiten und dafür zu sorgen, dass Flachdächer, Terrassen und Carports oder Garagen nicht unter der Wasserlast eines extremen Wolkenbruches zusammenbrechen. Ja, der Klimawandel und die damit einhergehenden Wetterphänomene wer- fen ihre Schatten voraus.

Bündnis für bezahlbares Wohnen in Niedersachsen

Am 21. März 2018 fand in der NBank in Hannover die turnusgemäße Sitzung der „Konzertierten Aktion“ statt. Aber diese Sitzung war anders als alle vorhergehenden: Minister Olaf Lies stellte in seiner Rede klar, dass der Wohnungsbau in Niedersachsen vor gewaltigen Herausforderungen steht. Die Zahl der „Geförderten Wohnungen“ mit Mietpreisbindung hat in den letzten Jahren dramatisch abgenommen und längst schon ist die ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit „Bezahlbaren Wohnraum“ nicht mehr gewährleistet. Vor dem Hintergrund sich abzeichnender gesellschaftlichen Veränderungen, wie z.B. die zunehmende Singularisierung und Urbanisierung, fehlt vor allem in den Städten geeigneter Wohnraum.

Das trifft nicht nur die Metropolen, wie Hannover, Göttingen, Braunschweig, Oldenburg oder Osnabrück, nein auch in kleineren Oberzentren und sogar in kleinen, ländlich geprägten Städten oder Orten fehlt es an Wohnraum. Trotz der enormen Anstrengungen auf Seiten der Wohnbauförderung, ist es bis jetzt nicht gelungen, auch nur annähernd den Bedarf an bezahlbaren Wohnungen zu errichten.

Gleichzeitig gibt es aber auch viele Herausforderungen an die Wohnungswirtschaft, die letztlich den Wohnraum zur Verfügung stellen muss: In seiner Rede in der Sitzung der „Konzertierten Aktion“ nannte Minister Lies einige dieser Punkte. In der darauffolgenden Aussprache stellte ich für den BFW-Niedersachsen/Bremen klar, dass es auch ein Umdenken in Bezug auf Normen und Gesetze geben muss. Nicht aufeinander abgestimmte Normen in den verschiedenen Gewerken führen dazu, dass der Planungsaufwand extrem gestiegen ist.

Das neu gegründete „Bündnis für bezahlbares Wohnen“ wird in verschiedenen Fachgruppen die Probleme definieren und an konkreten Lösungsvorschlägen arbeiten, die dann in der Gesetzgebung umgesetzt werden sollen. Ich denke, dass ist ein vernünftiger Weg, um mehr „Bezahlbaren Wohnraum“ zu schaffen. Natürlich muss die Förderkulisse entsprechend angepasst werden.

Digitalisierung schreitet voran

Längst schon ist es normal, dass man sein Licht, seine Heizung oder seine Fenster via App vom Smart-Phone aus bedient. Viele Menschen benutzen heute schon „Smart-Home“, ohne sich dessen bewusst zu sein. Was aber verbirgt sich wirklich hinter diesem Begriff? Was ist „Digitalisierung im Wohnbau“? Und welche Folgen wird das für die Wohnungswirtschaft haben? Eins ist heute schon klar: Das Datenvolumen, das auf den Datenautobahnen namens www (World wide Web) unterwegs ist, wird deutlich zunehmen. Das ist unter anderem auch auf das sich rasant verändernde Fernsehverhalten zurückzuführen.

Bedingt durch „Streaming“ von Filmen und/oder Musik ist der Bedarf an Breitbandversorgung nicht nur im öffentlichen Bereich extrem gestiegen. Die Vermietbarkeit einer Wohnung wird in Zukunft auch davon abhängen, wie gut und leistungsfähig der Anschluss an die digitale Welt ist. Auch hierbei holt uns jetzt schon die Zukunft ein, denn die Tage der analogen TV-Versorgung sind gezählt - in Bremen ist die Abschaltung schon beschlossen, in Niedersachsen steht die Entscheidung kurz bevor und große Anbieter haben schon damit begonnen, ihre Kunden zu informieren.

Bereits jetzt ist jeder Bauträger, jedes Wohnungsunternehmen und jeder private Vermieter gut beraten, wenn er sein Haus zukunftsfähig auf „Smart-Home“, Smart-City, e-Mobility und e-commerce einstellt und für die nötige Infrastruktur im Gebäude sorgt. Viele aktuelle Fragen zu „Smart-Home“, Smart-City und ähnlichen Themen werden wir beim 36. Hannover-Forum, am 17. April 2018, behandeln und ansprechen. Ich freue mich schon darauf, Sie bei dieser hochkarätigen Veranstaltung begrüßen zu dürfen.

Bis dahin verbleibe ich
Ihr
David Jacob Huber
BFW-Geschäftsführer Landesverband Niedersachsen / Bremen