Immer einen Schritt voraus
Mit Aufzugsdaten Ausfälle vermeiden

Die digitale Plattform Schindler Ahead ist der ultimative Eintritt der Aufzugstechnik in den Industriebereich 4.0. [Fotos: Schindler]

Als Nutzer bekommen wir in der Regel nur wenig von den Prozessen mit, die bei Aufzügen ablaufen, um einen schnellen, sicheren und komfortablen Transport zu gewährleisten.

So senden bereits heute jeden Tag Aufzüge und Fahrtreppen von Schindler mehr als 200 Millionen Nachrichten an die Predix-Plattform von General Electric. Das ist eine cloudbasierte Software, die eine große Menge Daten in Echtzeit analysiert.

Probleme und Störungen an den Anlagen können so bereits vor dem Auftreten antizipiert und behoben werden. Dadurch verringern sich die Ausfallzeiten der Aufzüge erheblich.

Der Aufzug in der Industrie 4.0

Möglich wird das durch Schindler Ahead: „Unsere digitale Plattform ermöglicht die enge Verzahnung von Produkt, Technologie, Prozess und Mensch zum Nutzen unserer Kunden“, erläutert Michael Nilles, Digitalvorstand von Schindler.

Dass der schweizer Aufzug- und Fahrtreppenhersteller zu einem der Pioniere der Industrie 4.0 gehört, hätte man bei einem mehr als 140 Jahre altem Familienunternehmen auf den ersten Blick vielleicht nicht vermutet. Aber eine Studie von Roland Berger bestätigte bereits 2015 genau dies.

Schindler hat sich bereits frühzeitig auf in den Weg in die digitale Zukunft gemacht, die IT-Infrastruktur harmonisiert und sämtliche Geschäftsbereiche auf eine einheitliche Plattform gestellt.

Alle Schindler-Techniker wurden deshalb mit einem iPhone ausgestattet und mobile Anwendungen für das Apple-Betriebssystem iOS entwickelt.

Auch den Kunden werden Applikationen zur Verfügung gestellt, um ihre Anlagen in Echtzeit zu überwachen. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass Serviceleistungen heute viel effizienter und transparenter geworden sind.

Das Internet der Aufzüge

Bei Schindler Ahead verbindet der Cube von Huawei die Aufzüge mit dem Netz. Der kleine Kasten wird an den Aufzug angeschlossen und liest die Daten aus der Anlagensteuerung und den Sensoren, filtert und gewichtet sie und sendet die relevanten Informationen in die Predix-Cloud. Dort werden die gesammelten Daten dann verarbeitet und gespeichert.

Die Cloud entscheidet, welche Daten wohin geschickt werden, ob ein Wartungsbesuch notwendig ist oder Arbeiten eine aufgeschobene Dringlichkeit haben.

Der Cube ist aber keine Einbahnstraße und macht es aber auch möglich, Daten an den Aufzug zu senden:

So kann nicht nur der Aufzugsnotruf, der ein Zwei-Wege-Kommunikationssystem vorschreibt, über die Schindler Ahead betrieben werden - mit der Ahead Doorshow wird die Aufzugstür zur Leinwand.

Ob Infos, News oder Ads - ein Beamer bespielt die Außenflächen der Aufzugstüren mit Informationen und Werbebotschaften und generiert im besten Fall sogar Erlöse für den Betreiber.

Den digitalen Werkzeugkoffer im Gepäck

Ein weiterer neuer Bestandteil von Schindler Ahead ist das sogenannte „FieldLink“, der digitale Werkzeugkoffer des Technikers - dort findet er verschiedene Apps.

Sein Einsatzplan und seine Routen sind bereits so gelegt, dass Leerfahrten und Umwege vermieden werden. So sparen die ca. 30.000 Servicetechniker von Schindler jedes Jahr mehr als 40 Millionen Kilometer ein. Das entspricht einer jährlichen Ersparnis von 4435 Tonnen an Emissionen, hat der renommierte Aufzugshersteller ausgerechnet. Dieser Formen der Routenoptimierung werden in der Luftfahrt schon seit Längerem angewendet.

Dieser digitale Werkzeugkoffer kann allerdings noch mehr: Der Techniker sieht sofort, welche Werkzeuge und Ersatzteile er auf seiner Tagestour benötigt. Er enthält nicht nur technische Angaben und Baupläne der einzelnen Aufzüge - Wartungspläne und Historien der zum Teil mehr als 30 Jahre alten Anlagen sind ebenfalls verfügbar.

Wenn der Techniker Hilfe benötigt, holt er sich einfach per Video-Chat Unterstützung von den Kollegen und braucht er ein Ersatzteil, bestellt er es per App.

Neben Benzin und Zeit spart der Werkzeugkoffer vor allem eins: Papier. Legt man alle Unterlagen, Handbücher und die Dokumente, die jetzt digital verfügbar sind, auf einen Stapel, wäre dieser 18 Kilometer hoch - 2 Mal der Mount Everest auf einem 4“-Display.

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