Modernste Technik Lehrtes Innenstadt
Neue Energiezentrale für die Nahwärmeversorgung

Ziel ist die Versorgung von 2 Schulgebäuden mit angeschlossenen Sporthallen, die Versorgung eines Kinderhorts sowie die Anbindung von einem großen, neu zu errichtenden Wohnobjekt („Quartier 16“) mit weiterer Anschluss- und Versorgungsoption für ein geplantes Wohngebiet in direkter Nachbarschaft.

Aber auch Entwicklungsmöglichkeiten für bereits vorhandene, öffentliche Bestandsobjekte im unmittelbaren Umfeld der „Albert-Schweitzer-Grundschule“ sind denkbar.

Das Projekt wurde in nur 2-jähriger Vorbereitungs- und Vorlaufzeitzeit, federführend durch die Stadtwerke Lehrte als Bauherr, intensiv mit der Stadt und der Lehrter Wohnungsbaugesellschaft vorbereitet.

Begleitet wurde das Vorhaben ferner durch ein externes Planungsbüro, das die erforderlichen und vorbereitenden Planungsgrundlagen, diverse Variantenvergleiche, Entscheidungsvorlagen und Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen sowie Ausschreibungen mit den Stadtwerken gemeinsam erarbeitet hat.

Grundlage für eine erfolgreiche Durchführung derartiger Vorhaben sind eine gute Kooperation, zügige Abstimmungen und eine problemlösende Kommunikation aller beteiligten Akteure.

Das in dieser Form ausgeführte Projekt bildet nun schon das 3. Vorhaben dieser Art, das die Stadtwerke Lehrte ausführen, sodass die Erfahrungen aus den Vorgängerprojekten mit in das jetzige Vorhaben einfließen konnten.

Vertrags-und Finanzierungsbasis für die Lieferung der erzeugten Wärme und elektrischen Energie bilden ein Contracting- und ein Wärmeliefervertrag: Dabei zahlen die Kunden stets einen fixen Arbeits- und Leistungspreis.

Die errichteten Anlagen sind Eigentum der Stadtwerke, die auch als Anlagenbetreiber auftritt. Ein BAFA-Antrag für die Förderung des NW-Netzes gemäß EEG-Gesetzgebung ist bereits in Vorbereitung.

Ausschlaggebend für die Festlegung des energetischen Standards und der damit zu erwartenden, potenziellen Wärme-Abnahme sind die Randbedingungen aus der EnEV 2014 gewesen.

Unter Berücksichtigung einer möglichen Umsetzung der Bebauung ab dem Jahr 2016, sind, gegenüber den derzeit gültigen Anforderungen der EnEV 2014, Verschärfungen in Bezug auf die Reduzierung des Energiebedarfes von 25% festgeschrieben.

Über die EnEV 2014 hinaus, waren zudem die Anforderungen des sog. „Erneuerbaren-Energien Wärmegesetzes“ (EEWärmeG) zu beachten.

Das Projekt weist die folgenden Anschluss-Objekte auf

  • Anschluss des neu errichteten „Quartiers 16“ mit 45 Wohn- u. Gewerbeeinheiten
  • Anschluss „Quartier 16+“ mit 15 Wohneinheiten
  • potenzielle Versorgungsoption für 100 Wohneinheiten im Umfeld (ehem. Stadtwerkegelände)
  • Versorgung der „Albert-Schweitzer-Grundschule“, incl. 2 Turnhallen und einem Hort
  • Versorgung der Sekundarstufe I des Gymnasiums Lehrte
  • Mögliche Erweiterungen im nahen Umfeld

Energetische Daten / Wärmeerzeugungsanlagen / BHKW

Summe der installierten Anschlussleistung thermisch (kW): 2054 Brennstoffbedarf (kWh p.a.): ca. 2.350.000
Länge NW-Netz DN40-DN100: ca. 300 m - 2 Brennwertkessel je 950 kW - 1 BHKW 70 kWel/115 kWth - integrierter „Reservekessel“ Altbestand 200 kW - Stromerzeugung geplant: ca. 500.000 kWh p.a.

Das Projekt wurde von der Umsetzung her in folgenden Phasen realisiert

  • Genehmigung
    (Gremienbeschlüsse, Ratsvorlage/-Beschluss, Finanzierungszusage)
  • Rückbau sämtlicher Altanlagen in den geplanten Versorgungsobjekten
  • Entkernung und Errichtung der Energiezentrale,
  • Parallele Herstellung eines Nahwärmenetzes zu den Versorgungsobjekten und Aufbau von Wärmeübergabestationen
  • Verlegung der Stromkabel für die BHKW-Anbindung an das Stromnetz des Netzbetreibers
  • Errichten einer Kommunikationsstruktur auf Lichtwellenleiterbasis für die systematische Regelung und Energie-Optimierung der Anlagen, Schaffung von Datenübertragungswegen in eine Leitzentrale für alle Anschlußobjekte

Zeitplanung

  • Planungsphase: 2015
  • Bauphase: April bis Oktober 2016
  • Erste Wärmelieferung (Bauwärme): Juli 2016
  • Hauptbauphase: Sommerferien 2016.
  • Geplante Aufnahme der regulären Wärme- und Stromlieferung: Mitte Oktober 2016
  • Projektfortführung 2. BA: II. Quartal 2017 für den Anschluss weiterer Objekte.

Randbedingungen
während der Bauphase

Laufender Schul- und Sportbetrieb, beengte Bauverhältnisse, Baubetrieb durch die Errichtung des „Quartiers Q16“ / Großbaustelle in unmittelbarer Nachbarschaft.

Daraus resultierend, ein deutlich erhöhter Abstimmungsbedarf bzgl. der zeitlichen Taktung aller einzuleitenden Baumaßnahmen - eventuell unter Anpassung von Projektmeilensteinen.

Die beteiligten Akteure haben sich dieser Thematik offensiv gestellt und unter großem Einsatz, entsprechender Kooperationsbereitschaft und mit viel gutem Willen alle Herausforderungen bisher bewältigt.

Finanzierung

Gesamtherstellkosten Endausbau: ca. 790.000 Euro Baukostenzuschuss Stadt Lehrte: ca. 200.000 Euro

Wärmepreis

Spezieller Wärmepreis: 60 bis 70 €/Mwh eingesparte CO2-Emissionen: ca. 1000 t CO2 /a

Resümee

Der Aufbau der zentral gelegenen Wärmeversorgungsanlage zeichnet sich durch die hohe Wirtschaftlichkeit und Effizienz aus, da die zu versorgenden Objekte (in der Fernwärme-Fachsprache auch „Potenziale“ genannt) in direkter Nähe der Energiezentrale angeordnet sind und über erdverlegte Nahwärme-Leitungen angebunden werden können.

Zum Einsatz kommt ein „NW-Duo Rohr“, das ist ein hochwertig gedämmtes Stahlrohr mit Kunststoff-Ummantelung (Wärmevorlauf und -Rücklauf in einem Rohr). Dieser Rohrtyp besitzt sehr hohe Wärmedämmeigenschaften.

Das Projekt trägt dem gesellschaftlichen Anspruch der Stadt Lehrte, zukunftsweisende Projekte auch für den Klimaschutz zu entwickeln, ebenso Rechnung, wie auch letztlich die positive wirtschaftliche Bilanz für alle Beteiligten.

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