Herbstzeit ist Einbruchzeit - Kripo und Fachbetriebe beraten
Populäre Irrtümer in Sachen „Sicherheit“

Ein Kripobeamter bei der Spurensicherung - ein leider immer häufiger zu beobachtender Sachverhalt. (Foto: Polizeiliche Beratung)

1. Irrtum: Bei mir ist nichts zu holen...

Um diesen Mythos zu entlarven, muss man nur einmal kurz nachdenken: Woher soll denn der Einbrecher wissen, ob etwas zu holen ist oder nicht? Das weiß er erst, wenn er eingestiegen ist. Und dann wird mitgenommen, was halbwegs gewinnbringend zu „versilbern“ ist. Der alte Computer mag nur noch einen geringen Wert haben, der Dieb wird ihn trotzdem einpacken - und mit ihm womöglich wichtige Daten, die Familienfotos der letzten Jahre oder die gesammelte E-Mail- Korrespondenz. Außerdem unterschätzen viele Menschen den Wert ihres Besitzes - vor allem den ideellen oder emotionalen Wert. Häufig stellt man diesen erst fest, wenn man entsprechende Gegenstände verloren hat, zu allem Überfluss auch noch Einbruchschäden an Fenstern und Türen beheben muss und das ungute Gefühl hat, in der eigenen Wohnung nicht mehr sicher zu sein.

2. Irrtum: Wenn Einbrecher unbedingt ins Haus wollen

Natürlich: Kein Hindernis ist unüberwindbar. Aber das muss es auch gar nicht sein. Denn wären Einbrecher fleißig und ausdauernd, würden sie einem ehrlichen Beruf nachgehen. Bei Tür- und Fenstersicherungen kommt es deshalb darauf an, den finsteren Gestalten das Leben möglichst schwer zu machen. Wenn ein Einbruch langwierig und umständlich zu werden verspricht, lassen die Täter oft von ihrem Versuch ab und sehen nach, ob es im nächsten Haus oder in der nächsten Straße nicht einfacher geht. Nicht zu vergessen: Einbrecher stehen unter Zeitdruck, denn ihnen droht ständig Gefahr, entdeckt zu werden: Deshalb sind ungesicherte Fenster und Türen besonders gefährdet, denn hier kann man ohne großen Aufwand schnell eindringen. Um die ungesicherte Eingangstür zu überwinden, braucht ein geübter Krimineller gerade einmal 30 Sekunden, ein Fenster oder eine Terrassentür ohne Sicherung sind sogar oft schon nach 10 Sekunden geknackt.

3. Irrtum: Einbrecher kommen nachts

Die Erfahrung lehrt etwas anderes: Viele Wohnungseinbrüche geschehen spontan. Der Einbrecher beobachtet, dass jemand kurz zum Einkaufen geht und beim Weggehen die Tür nur hinter sich zuzieht oder ein Fenster gekippt lässt - deutlicher kann man eine Einladung kaum aussprechen. Dabei ist es unerheblich, ob sich ein offenes Fenster im Obergeschoss befindet. Wenn es einigermaßen gut erreichbar ist, etwa über ein Vordach, eine Garage, ein Spalier oder eine Gartenmauer, dann ist es auch einbruchgefährdet.

Und natürlich verschwimmt zur Zeit der Unterschied zwischen Tag und Nacht ohnehin, wenn es schon um 5 Uhr nachmittags dunkel wird. Deshalb sollte man auch tagsüber die Türen immer verschließen und keine Fenster offenstehen lassen. Übrigens: Ohne echten Grund auch dann nicht, wenn man zu Hause ist, denn Einbrüche, trotz Anwesenheit der Bewohner, nehmen zu.

Es kann also nicht schaden, die Fenster und Türen zu sichern und bei Bedarf entsprechende Technik nachzurüsten. Das muss nicht einmal in jedem Fall besonders teuer sein, wenn man die installierten Vorrichtungen individuell auf die jeweilige Situation abstimmt. Beratung über die vielfältigen Möglichkeiten der Einbruchsicherung gibt es bei den Beratungsstellen der Kriminalpolizei oder dem qualifizierten Fachhandel.

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