EDEKA betreibt jetzt den weltgrößten Passivhaus-Lebensmittelmarkt in Hannover
proKlima-Förderplakette für neues E-Center im „Roderbruch”

Freuten sich über die Auszeichnung (v.l.): Ulf-U. Plath, Vorstand EDEKA MiHa, Matthias Wohlfahrt, proKlima, Sabine Tegtmeyer-Dette, Wirtschafts- und Umweltdezernentin der Landeshauptstadt. (Foto: enercity)

EDEKA-Vorstand Ulf-U. Plath und Mathias Schleweis, Geschäftsführer der EDEKA-MIHA Immobilien-Service GmbH, Hannovers Umweltund Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette und Matthias Wohlfahrt, Programmleiter der Nichtwohngebäudeförderung beim enercity-Fonds pro- Klima, brachten nach bestandener Qualitätssicherung die pro- Klima-Förderplakette am Eingang des neuen EDEKA-Centers an. Die Klimaschutzleitstelle der Landeshauptstadt Hannover hatte die vorstehenden Akteure zusammengeführt. Mit rund 55.000 Euro förderte der lokale Förderfonds proKlima den Neubau.

Die hohe Qualität der Bauausführung wurde, neben der erfolgreichen proKlima-Qualitätssicherung, jetzt auch mit dem Siege „Zertifiziertes Passivhaus“ vom Passivhaus Institut in Darmstadt bestätigt. Der energieeffiziente Neubau verfügt über rund 3.100 Quadratmeter Verkaufsfläche und eine Energiebezugsfläche von rund 4.400 Quadratmetern. „Wir freuen uns sehr, dass unser Engagement für mehr Energieeffizienz und eine nachhaltige Bauweise jetzt mit der Zertifizierung „Passivhausstandard“ Anerkennung gefunden hat. Als Bauherr und Entwickler neuer EDEKA- Märkte ist dieses Zertifikat für uns Auszeichnung und Ansporn zugleich,“ betonte Ulf-U. Plath.

Die Erfahrungen aus diesem Projekt laufen bereits jetzt in aktuelle Bauobjekte des genossenschaftlichen Unternehmensverbundes ein: „Das gilt zum Beispiel für das neue EDEKA-Center in Garbsen, wie auch für die aktuelle Planung für das größte EDEKA-Center Deutschlands, das wir im Herbst im „Brawo-Park“ in Braunschweig (Verkaufsfläche rund 6.500 Quadratmetern) eröffnen wollen“, erklärte Mathias Schleweis. „Hannover entwickelt sich zur heimlichen Passivhaus-Hauptstadt in Deutschland: Seit 2007 haben wir konsequent hohe ökologische Standards bei den eigenen Bauten und auf Grundstücken der Stadt umgesetzt“, unterstrich Sabine Tegtmeyer- Dette.

„Dass die ersten deutschen Passivhaus- Supermärkte in Hannover entstanden sind, ist die Belohnung unserer jahrelangen guten Arbeit: Die Investoren werden gemeinsam von der Stadt und proKlima kostenlos beraten. Dank der Fördermittel aus dem lokalen Klimaschutzfonds, sind inzwischen zahlreiche Projekte Realität geworden.“ Seit Ende der 1990er Jahre sind in Hannover zahlreiche Passivhäuser entstanden - die meisten als Wohngebäude, aber auch etliche Büro-, Geschäfts- und Gewerbebauten. Dadurch gibt es viele erfahrene Planer und Handwerksbetriebe, die ihr Know-how einbringen können. „Nicht allein Lebensmittel, sondern „Wir lieben Energieeffizienz“, können wir jetzt gemeinsam sagen", freute sich proKlima-Programmleiter Matthias Wohlfahrt über das EDEKA-Förderprojekt. „Märkte wie dieser, bringen mit dem energiebewussten Einkaufserlebnis die Passivhaustechnik in den Alltag.“

Der Passivhausstandard des Marktes ermöglicht eine deutliche Reduktion des Energieverbrauchs gegenüber herkömmlichen Supermärkten. Dabei ist der Passivhaus-Standard für einen Supermarkt nicht einfach 1:1 mit einem Passivhaus-Wohngebäude vergleichbar. Denn, „passiv“ verfolgt im Supermarkt 2 Ansätze: 1. Die Vermeidung von unnötigen internen Kühl- oder Wärmelasten gegen die aktiv gekühlt oder geheizt werden muss, wie beispielsweise offene Kühlmöbel oder Abwärme ineffizienter Beleuchtung. 2. Die Abwärme, die trotz optimierter Kältetechnik immer noch anfällt, einzufangen und gezielt dem Markt (bei Heizbedarf) wieder zuzuführen.

Ziel ist es, mit der Abwärme der Kühlanlage, die normalerweise einfach an die Außenluft abgegeben wird, den Markt im Winter zu heizen. Die Gebäudehülle ist daher so gut gedämmt, dass die Abwärme fast durchgängig ausreicht, um den Markt zu erwärmen. Im EDEKA-Center „Roderbruch“ wurde daher auf eine 16 Zentimeter stark gedämmte Außenwand gesetzt. Die Fenster sind mit Drei-Scheiben- Verglasung ausgestattet und eine ohnehin vorhandene Lüftungsanlage wurde mit einer effizienten Wärmerückgewinnung ausgestattet. Die Kühlmöbel wurden überwiegend mit isolierverglasten Türen versehen, um ein unnötiges Kühlen des Marktes im Winter zu vermeiden.

Der Einsatz von CO2 als Kältemittel für die Kältetechnik reduziert zudem die gegenüber konventionellen Kältemitteln hohen Zusatzpotentiale für den Treibhauseffekt. Der ausschließliche Einsatz von LED-Beleuchtung mit Langfeldleuchten und Spots sowie der Einsatz von großzügigen Oberlichtern erhellen den Markt und sorgen, neben einer angenehmen Einkaufsatmosphäre, für einen reduzierten Stromverbrauch und reduzierte Wärmelasten im Sommer.

Noch weitere Besonderheiten hält der Markt vor: Neben einem Gründach, versorgt sich der Markt auch mit eigenem Strom über eine Photovoltaikanlage. Zudem gibt es eine moderne Ladestation für E-Autos und -Bikes sowie ca. 40 Fahrradstellplätze. Zusätzlich hat EDEKA auch auf den Einsatz umweltfreundlicher Baustoffe geachtet: Neben der Passivhaus-Zertifizierung selbst, soll das Gebäude daher mit dem Siegel „Gold“ zertifiziert werden, das die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) vergibt.