Prognose des BFW-Neubauradars
Rahmenbedingungen verhindern Anstieg beim Wohnungsneubau

BFW-Vizepräsident Frank Vierkötter präsentierte und kommentierte den aktuellen BFW-Neubauradar.

Wenn die Politik hier keine Gegenimpulse setze, müsse man davon ausgehen, dass die Baufertigstellungszahlen nach einem kurzen Anstieg langfristig gesehen wieder auf 250.000 Wohneinheiten oder noch darunter zurückfallen werden.

Die BFW-Konjunkturumfrage hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Stimmungsbarometer für die Immobilienbranche entwickelt, da die mittelständischen BFW-Mitgliedsunternehmen für rund 50% des Wohnungs- und 30% des Gewerbeneubaus verantwortlich sind.

Auf dieser Datengrundlage werden im aktuellen BFW-Neubauradar die politischen Rahmenbedingungen mit dem Ziel dargestellt, den jährlichen Neubaubedarf von 400.000 Wohneinheiten zu bauen.

Die größte Hürde für Investitionen in den notwendigen Neubau bildet das Bauland: 98 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass der Zugang zu neuem Bauland erschwert ist.

Auch die administrativen Hürden sind im vergangenen Jahr noch größer geworden: 60 Prozent sehen die Kommunen dabei als größte Bremse im geschäftlichen Umfeld, gefolgt von Bund und Ländern.

Als größten Kostentreiber nennt hier jeder zweite die zeitaufwendige und bürokratische Kommunikation mit den Behörden in Verbindung mit sehr langfristigen Planungs- und Genehmigungsverfahren.

Größter bauordnungsrechtlicher Kostentreiber sind für 47 Prozent der Befragten die energetischen Vorgaben. Rund ein Drittel der Unternehmen gibt an, Gebäude bereits im KFW 55-Standard zu erstellen.

Ebenso viele Unternehmen nehmen Fördermittel in Anspruch. „Diese Deckungsgleichheit zeigt, dass der derzeitige Standard gerade noch wirtschaftlich darstellbar ist und nicht weiter verschärft werden darf“, warnt Vierkötter. „Im Energieeinsparrecht sind die Unternehmen ohne Förderung am Ende ihrer Möglichkeiten.“

Nur die Finanzierungssituation unterstützt Neubau-Investitionen

„Die Finanzierung ist der einzige Aspekt unter den Rahmenbedingungen, der Investitionen in den erforderlichen Neubau unterstützt“, fasst Vierkötter die Ergebnisse des Neubauradars zusammen.

„Hier kommt den Unternehmen das derzeitige niedrige Zinsumfeld zugute. Auf der Basis der Umfrageergebnisse schätzen wir, dass die Baufertigstellungszahlen kurzfristig auf rund 300.000 Wohnungseinheiten ansteigen werden. Durch die ausgewiesene Verschlechterung zentraler Rahmenbedingungen für Investitionen wird sich dieser Anstieg jedoch nicht unbedingt verstetigen können.“

Weitere Informationen erhalten Sie hier.