Nachhaltige und kostengünstige Alternative zu konventionellen Baumaßnahmen
Saubere Sanierung einer Fußbodenheizung

Früher oder später altert jedes Heizungsrohr (links), es bekommt Risse - da hilft die Innenrohrsanierung (oben) nach dem HAT-System.

Wenn die Heizung nicht mehr richtig heizt, ist das ein großes Problem - zumal wenn es sich um eine Fußbodenheizung handelt. Und wenn diese Heizung saniert werden muss, befürchten viele Dreck, Baulärm, aufgerissene Böden und hohe Kosten. Dass es auch anders geht, zeigt die Sanierung eines etwas in die Jahre gekommenden Mehrfamilienhauses: Egal, wie hoch die Bewohner des Hauses das Thermostat der Fußbodenheizung auch stellten, in ihren Räumen wurde es einfach nicht mehr richtig warm.

„Das Einzige, was in die Höhe stieg, waren der Energieaufwand und die Heizkostenrechnung“, erinnert sich der Verwalter. So entschloss man sich, den Zustand der Fußbodenheizung fachmännisch überprüfen zu lassen. Zum Zuge kam hier Sanierungs- Experte Peter Holter aus Korschenbroich von der gleichnamigen Unternehmens GmbH, der seit Jahren auf Verfahren zur Sanierung und Zustandsanalyse spezialisiert ist. Dabei setzt Holter auf 2 Systeme eines Schweizer Herstellers: Das HAT-System und das LSE-System. Letzteres ist für die Sanierung von Trinkwasserleitungen und konventionellen Heizkreisläufen vorgesehen, während das HAT-System bei Fußbodenheizungen zum Einsatz kommt.

So auch bei dem Mehrfamilienhaus in unserem Beispiel: Hier wurde zunächst das Heizungswasser mithilfe eines mobilen Labors vor Ort untersucht. Das Ergebnis zeigte einen deutlich überschrittenen Sauerstoff- und Eisengehalt. Ein klares Indiz für versprödete Heizungsrohre. Denn was bei der Installation vor 25 Jahren keiner ahnte: Die damals noch verwendeten Kunststoffrohre sind, augrund ihres molekularen Aufbaus, sauerstoffdiffus.

Die an sich geschlossenen Heizkreisläufe wurden fortwährend mit neuem Sauerstoff angereichert, was die Korrosion und die Verschlammung noch weiter förderte. Beschleunigt wurde der drohende Kollaps dieses Systems also durch die vorangegangenen Leitungsspülungen: Der Schlamm ließ sich dabei nämlich nicht vollständig lösen, stattdessen gelangte mit jedem Frischwasser, immer auch neuer Sauerstoff in das System. Die Gemeinschaft musste handeln, um größere Schäden zu vermeiden und entschied sich jetzt bewusst gegen einen Totalersatz und stattdessen für eine Innenrohrsanierung der Fußbodenheizung.

Ausschlaggebend war die Möglichkeit einer neuwertigen Sanierung, ohne jedoch die hohen Kosten und den Zeitaufwand einer echten Totalsanierung hinnehmen zu müssen. Besonders angenehm: Alle Wohnungen blieben die ganze Zeit über bewohnbar und lediglich 4 Wochen benötigte das Unternehmen, um die insgesamt 6.500 Meter altes Heizungsrohr mit dem HAT-System von innen neu zu beschichten. Hierfür wurden an jedem der Heizkreisläufe in einem ersten Schritt die Rohrinnenflächen gereinigt. Dies ist vergleichbar mit dem Effekt eines Schleifpapiers.

Ein Spezialkompressor presst dabei mit Druckluft ein für den jeweiligen Einzelfall komponiertes Granulat an die Rohrwände - selbst kleinste Winkel und Verzweigungen werden so erfasst. Am Rohrende saugt eine Recycling-Maschine das Granulat und die Korrosionsrückstände schließlich ab - das Rohr ist wieder frei. Anschließend wird der Leitungsverlauf, der hinter Wänden und Böden verborgenen Installationen, detailgenau rekonstruiert und berechnet. Dies gibt Aufschluss über die notwendigen Epoxydharzmengen, damit das komplette Rohrsystem nahtlos innen beschichtet werden kann. Allein Druckluft lässt das Harz während der Innenbeschichtung durch jede Rohrverbindung fließen, bis es schließlich am Ende der Leitung wieder austritt.

Sofort werden dann Druck und Luftvolumen reduziert, damit das nun an den Rohrwänden haftende Harz nicht weiter fließen kann. Die Beschichtung verhindert eine weitere Versprödung der Kunststoffrohre und glättet die Rohrinnenflächen. „Unsere Erfahrung zeigt, dass eine Sanierung mit dem HAT-System mindestens 20 Jahre hält“, so Peter Holter, Geschäftsführer der GmbH.

Um die hohe Qualität der Sanierungen auf Dauer zu gewährleisten, wurden vor einigen Jahren alle Lizenznehmer des schweizer Herstellers nach dem Qualitätsmanagement ISO 9001:2000 zertifiziert. „Wenn ein erfolgreiches Qualitätsmanagement gewährleistet ist, dann sind Rohrinnensanierungen eine nachhaltige und kostengünstige Alternative zu konventionellen Sanierungen“, ist der deutsche Lizenznehmer und HAT-Spezialist Peter Holter überzeugt.

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