Heiz-Check der Verbraucherzentrale soll Energielecks schließen
Schein und Sein im Heizungskeller

Die VZN-Energieberater Jan Norrmann und Dirk Hufnagel beim Heiz-Check in einem Einfamilienhaus. (Foto: VZN)

Der neue Heiz-Check ist ein Angebot für alle privaten Verbraucher, die z. B. einen Gas- oder Ölheizkessel, eine Fernwärmestation oder eine Wärmepumpe haben. Termine für den Heiz-Check können unter der kostenlosen Nummer 0800 / 809 802 400 gebucht werden. Die Kostenbeteiligung beträgt 30,00 Euro. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis ist der Heiz-Check kostenlos. Das Angebot wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

„Erschreckend viele Heizungsanlagen bringen in der Praxis nicht die Effizienz, die das System eigentlich verspricht“, erläutert Karin Merkel, Energieexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. „Für die Verbraucher bedeutet das in erster Linie zu hohe Heizkosten: Die Mehrkosten summieren sich in einem typischen Einfamilienhaus schnell auf 150 Euro jährlich und mehr. Auch Umwelt und Klima werden unnötig belastet.“

In jedem Heizsystem schlummern Chancen zur Optimierung. „Oft muss nur das Zusammenspiel aller Komponenten verbessert werden - zum Beispiel mit einem sogenannten hydraulischen Abgleich“, betont Merkel. „Da wollen wir mit dem Heiz-Check Klarheit schaffen.“ Zentral wichtig ist dabei für die Expertin, die Unabhängigkeit der Berater: „Nur wenn der Berater selbst nichts verkaufen will, kann er wirklich das empfehlen, was der Ratsuchende braucht.“

Der Heiz-Check besteht aus 2 Terminen an aufeinanderfolgenden Tagen: Zwischen den Besuchen des Energieberaters zeichnen Messgeräte wichtige Systemtemperaturen auf. Auch wird der Dämmstandard von Rohren und Armaturen überprüft, Daten - wie Alter und Dimensionierung des Systems, der Verlauf der Raumtemperatur und der Vorjahresverbrauch - erfasst.

Schließlich werden alle Komponenten der Anlage, etwa Kessel, Warmwasserspeicher, Mischer und Ventile, in Augenschein genommen. Wenig später erhält der Verbraucher per Post einen Bericht mit der Gesamteinschätzung der Anlage und Empfehlungen, wie es sich optimieren lässt. In manchen Fällen kann auf Basis der Heiz-Check-Ergebnisse auch der Austausch einzelner Komponenten oder der kompletten Anlage naheliegen.

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