Gewerbeflächenmonitoring 2016
Starke Nachfrage nach autobahnnahen Flächen

Blick auf das noch weite Grün im Gewerbegebiet „Immengarten“ in Seelze-Süd, wo sich schon zahlreiche, heimische Betriebe neu niedergelassen haben.

Kommunen mit den höchsten Flächenumsätzen waren die Landeshauptstadt Hannover mit 11,4 ha, Lehrte mit 7,3 ha, Langenhagen (6,7 ha) und Barsinghausen (4,4 ha).

Exakt 79 Prozent der Grundstückskäufer kommen aus der jeweiligen Standortkommune, veräußert wurden zu 83 Prozent kleinere Flächen mit bis zu 5.000 qm.

In der Region Hannover sind zwar rund 776 ha Gewerbeflächen in Flächennutzungs- und Bebauungsplänen gelistet. Die meisten dieser Grundstücke sind aber nicht sofort vermarktbar - nur 44 ha besitzen einen Bebauungsplan, sind erschlossen und im Ei gentum der Kommune. Besorgt schaut Ulf-Birger Franz auf die Entwicklung von Angebot und Umsatz: „Das Gewerbeflächenpotenzial ist seit 2013 um 30 Prozent zurückgegangen, der Anteil sofort verfügbarer Flächen mit Autobahnanbindung liegt seit Jahren nur bei 5 Prozent“, so der Wirtschaftsdezernent der Region Hannover. „Das bremst unsere Flächenvermarktung und hat dazu geführt, dass wir einige Unternehmensanfragen nicht mehr bedienen konnten.“

Besonders für Logistikansiedlungen werden zusammenhängende Flächen von mindestens 5 ha in unmittelbarer Autobahnnähe benötigt, die auch nachts die Belieferung mit dem LKW erlauben.

Rund 778 ha Grund und Boden sind im gesamten Regionsgebiet potenziell als Gewerbefläche nutzbar - etwa 87 ha dieser sogenannten „Vorschauflächen“ könnten kurzfristig einen Flächennutzungs- und Bebauungsplan erhalten.

Mit 35 ha nutzbarer Gewerbefläche hätte das Gebiet „Münchener Straße / West“ in Langenhagen das größte kurzfristige Entwicklungspotenzial, an zweiter Stelle folgt eine 15 ha-Fläche in Barsinghausen / Groß Munzel, nördlich der Deponiestraße.

Erst längerfristig realisierbar ist der Trimodalstandort Wunstorf-Süd, wo zukünftig auf 85 ha Waren direkt auf Lkw, Güterwaggons bzw. Binnenschiffe geladen werden sollen. Um das Projekt weiter voranzubringen, hat die Stadt Wunstorf bereits im Herbst 2015 gemeinsam mit der HRG eine Entwicklungsgesellschaft gegründet, die die Grundstücke dort ankauft, entwickelt und vermarktet.

„Nicht nur für Logistikansiedlungen, sondern auch für Produktion oder Dienstleistungen sowie zur Standortsicherung ansässiger Industriebetriebe werden dringend attraktive Gewerbeflächen benötigt“, sagt Alexander Skubowius, Leiter des Fachbereichs Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung der Region Hannover. „Dafür sind Flächenneuausweisungen auf der grünen Wiese aber nur eine Option.

Auch zentral gelegene Flächen, wie Gewerbebrachen, Baulücken oder nicht mehr benötigte Flächen von Unternehmen, müssen wir stärker in den Fokus nehmen“, appelliert Skubowius.

Ein erster Schritt in diese Richtung, ist die Einbeziehung der potenziell nutzbaren Gewerbebrachen, die seit 2013 in das „Gewerbeflächenmonitoring“ einbezogen werden: Das sind derzeit 32 Brachen mit insgesamt 168,7 ha Gesamtfläche.

Diese Grundstücke bleiben häufig jahrelang ungenutzt, obwohl sie als gewerblich nutzbar gelten, da entweder alte Gebäude auf dem Gelände stehen, Altlasten im Boden schlummern oder ein fehlender beziehungsweise veralteter Bebauungsplan einer Vermarktung im Wege steht.

Deshalb fördert die Region Hannover Konzepte die Wiedernutzung solcher Flächen. „Entsprechende Förderzuschüsse hat die Region schon für die Zuckerfabrik Weetzen in der Stadt Ronnenberg, das VION-Gelände in Wunstorf sowie das Hüttengelände in Neustadt am Rübenberge gewährt“, so Skubowius abschließend.

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