Sachverständiger Torsten Hartisch zu Fragen rund um alte Tankanlagen
Tanks weiter nutzen oder austauschen?

Der SHK-Fachhandwerker berät die jungen Besitzer der modernisierten Bestandsimmobilie in allen Fragen rund um die Heizungsanlage.

HAUS und GRUNDBESITZ beantwortet Ihnen hier gemeinsam mit Dipl.-Ing. Torsten Hartisch (Sachverständiger für Heizöl-Verbraucheranlagen aus Hanstedt bei Uelzen) die wichtigsten Fragen zur Zukunft Ihrer Tankanlage und zeigt Ihnen, wie Sie weiter von Ihrem eigenen Energiespeicher profitieren.

Frage: Soll man alte Heizungsunterlagen aufheben?

Hartisch: Achten Sie bei der Übernahme eines Hauses darauf, vom Vorbesitzer alle vorhandenen Unterlagen zur Tankanlage zu erhalten. Wichtig ist zum Beispiel die Meldebescheinigung der Tankanlage bei der zuständigen Behörde. Alte Heizöl-Rechnungen oder Lieferscheine helfen Ihnen zusammen mit dem Energieausweis, den bisherigen Energiebedarf einzuschätzen und geplante Maßnahmen zur Modernisierung besser bewerten zu können.

Frage: Muss ein alter Tank immer erneuert werden?

Hartisch: Nein. Ist der Heizöltank in einem guten Zustand und entspricht er den gesetzlichen Anforderungen, können Sie ihn unabhängig vom Alter weiter nutzen. Aber wer ein altes Haus kauft oder erbt, führt meist Sanierungsmaßnahmen durch und senkt dadurch den Energiebedarf. Dann kann es sinnvoll sein, den vorhandenen Tank durch einen deutlich kleineren zu ersetzen.

Frage: Gibt es Fördergelder für neue Heizöltanks?

Hartisch: Wenn Sie den alten Tank zusammen mit der Heizungsanlage erneuern, können Sie für die Gesamtkosten Fördermittel der KfW-Bank beantragen. Aktuell gibt es im Rahmen der IWO-Aktion „Deutschland macht Plus!“ noch 300 Euro extra für die Modernisierung der Anlage mit Öl-Brennwerttechnik. Private Vermieter können in der Regel die Kosten einer neuen Tankanlage, ebenso wie die Kosten für eine Heizungsmodernisierung, im Jahr der Anschaffung als Erhaltungsaufwand in ihrer Einkommenssteuererklärung geltend machen.

Frage: Entspricht der Tank den gesetzlichen Anforderungen?

Hartisch: Hauseigentümer sind stets für den sicheren Zustand ihrer Immobilie verantwortlich. Vergleichbar zur Pflicht, Rauchmelder zu installieren, gibt es gesetzliche Regelungen für den sicheren Betrieb eines Heizöltanks. Ob Ihr Tank den aktuellen Anforderungen entspricht oder wie er wieder instandgesetzt oder nachgerüstet werden kann, sagt Ihnen ein darauf spezialisierter Tankschutz-Fachbetrieb oder ein Sachverständiger.

Frage: Hat der Tank die richtige Größe für den Energiebedarf?

Hartisch: Das ist eine Frage der Abwägung. Wenn Sie den Energiebedarf durch eine Heizungsmodernisierung senken, können Sie vielleicht auf kleinere Tanks umsteigen. Die können bis zu einem Fassungsvermögen von 5.000 Litern mit der Heizung in einem Raum stehen, so dass Sie Platz gewinnen und den bisherigen Heizöl- Lagerraum anders nutzen können. Wenn Sie den Platz aber haben und Ihr Tank intakt ist, können Sie mit einem großen Lagervolumen maximal von Niedrigpreisen am Heizölmarkt profitieren.

Frage: Wie sinnvoll ist es künftig, weiter mit Öl zu heizen?

Hartisch:Das Heizen mit Öl hat viele Vorteile: Der Heizöltank ist wie ein Energiespeicher im eigenen Haus und macht unabhängig. Im direkten Vergleich war Heizöl oft preiswerter als Erdgas.