Neue Studie zum Einzelhandel
Verkaufsfläche wächst - aber weniger Betriebe

Das Netzwerk „Erweiterter Wirtschaftsraum Hannover“ umfasst die 7 Landkreise, die die Region Hannover umschließen.

Die flächendeckende Erhebung sämtlicher Einzelhandelsbetriebe zur Erfassung und Bewertung der Angebotssituation in den 7 Landkreisen des Netzwerks, der Region Hannover und dem Landkreis Holzminden wurde im Laufe des letzten Jahres zum vierten Mal durchgeführt. Die Verkaufsflächen wurden dabei ebenso aufgenommen, wie die jeweiligen Warensortimente.

„Das bundesweit beachtete und ausgezeichnete Projekt legte in der Vergangenheit die Basis für zahlreiche Abstimmungs- und Moderationsverfahren. Es dient dazu, hinsichtlich der räumlichen und grenzüberschreitenden Auswirkungen zu tragfähigen und einvernehmlichen Lösungen bei der Beurteilung der Ansiedlung von Einzelhandelsgroßprojekten zu gelangen“, erläutert Prof. Dr. Axel Priebs, stellvertretendes Vorstandsmitglied des Netzwerks und Umwelt- und Planungsdezernent der Region Hannover. „Gleichzeitig stellen die Analyseberichte eine wichtige Grundlage und Anhalts- punkte bei der Beurteilung einer stadt- und regionalverträglichen Weiterentwicklung des Einzelhandels im Erweiterten Wirtschaftsraum Hannover dar.“

Bundesweite Trends in der Einzelhandelsentwicklung, wie eine gestiegene Mobilität der Verbraucher und wachsende Ansprüche an Preis und Sortimentsauswahl, lassen sich auch, bezogen auf den Wirtschaftsraum Hannover, beobachten. Dabei ist die Möglichkeit einer wohnortnahen Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs für die Lebensqualität eines Wohnortes, vor dem Hintergrund einer erheblichen Zunahme älterer Bevölkerungsgruppen, von wesentlicher Bedeutung.“

Der sinkenden Zahl an Verkaufsstätten steht eine Zunahme der Gesamtverkaufsfläche gegenüber: Betrug die durchschnittliche Größe eines Lebensmitteldiscounters bisher 450 qm, auf der ca. 1.650 unterschiedliche Artikel angeboten wurden, beträgt sie inzwischen im Erweiterten Wirtschaftsraum Hannover schon ca. 790 qm (bei durchschnittlich 2.250 Artikeln). Damit sich ein Discounter unter Wettbewerbsbedingungen wirtschaftlich trägt, werden im Einzugsgebiet heute mindestens 5.000 Einwohner benötigt. Damit einhergehend, steigen auch die Ansprüche an die Anzahl der Parkplätze und die Grundstücksgröße.

Neben dem klassischen stationären Einzelhandel, gewinnt auch der Online-Handel (E-Commerce bzw. M-Commerce) zunehmend an Bedeutung. Aktuell vorliegende Prognosen gehen davon aus, dass der Anteil des E-Commerce am Gesamtumsatz des Einzelhandels im Jahr 2025 bei rund 20 bis 25 Prozent liegen wird. Die Experten von Stadt und Handel warnen: „Umso entscheidender wird es angesichts der skizzierten Herausforderungen - insbesondere für Kleinstädte mit eingeschränkten Entwicklungsmöglichkeiten der Zentren - eine doppelte Konkurrenzsituation für den innerstädtischen Einzelhandel mit dem Online-Handel und dem Einzelhandel an stadtplanerisch und auch städtebaulich nicht gewünschten Standorten (z.B. Gewerbegebieten) zu verhindern.