VZN empfiehlt: Vertrauen ist gut, Solarwärme-Check ist besser
„Win-Win-Situation“ für Verbraucher und Klima

Eine Solarwärmeanlage liefert Wärme ohne teuren Brennstoff und ohne schädliche Emissionen - eigentlich eine echte „Win-Win-Situation“ für Verbraucher und Klima.

Leider geht diese Rechnung in der Praxis aber nicht immer auf, wie Dirk Hufnagel, Energieexperte bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen, erklärt:

„Im Echtbetrieb sparen einige der Anlagen weniger ein als erhofft. Die Heizkosten sinken in solchen Fällen dann natürlich ebenfalls weniger stark und es dauert länger, bis sich die Investition amortisiert.“ Der Besitzer der Anlage merkt davon im Zweifelsfall erstmal nichts - eher wird der erhöhte Verbrauch oftmals mit der Witterung oder den eigenen Heizgewohnheiten erklärt. Auch der erhoffte Effekt für den Klimaschutz fällt dann nicht so hoch aus wie erhofft.

„Dabei ist Abhilfe möglich - und muss noch nicht einmal besonders kostenintensiv sein“, sagt Dirk Hufnagel. „Eventuell stimmt die Kommunikation zwischen der Solaranlage und dem Heizkessel nicht, so dass der Kessel den Speicher genau dann mit teurem Heizöl aufheizt, wenn gerade genug Wärme aus der Solaranlage verfügbar ist. Oder die Leitungsdämmung im Außenbereich ist nicht witterungs- und UV-beständig. Beides kann man einfach beheben.“ Bevor die Anlage jedoch optimiert werden kann, muss erstmal geklärt werden, wie leistungsfähig sie in der Praxis ist. Das können Besitzer von Solarwärmeanlagen jetzt mit dem „Solarwärme-Check“ der Verbraucherzentrale herausfinden:

Dabei überprüft ein unabhängiger Energieberater bei einem Vor-Ort-Termin die zentralen Komponenten der Anlage. Alle Messdaten werden bei einem zweiten Termin nach einigen Tagen ausgelesen. Der Energieberater führt alle Daten zusammen, interpretiert die Messergebnisse und analysiert, wie die Effizienz der Anlage weiter verbessert werden kann. Den Bericht mit seiner Gesamteinschätzung der Anlage und den Empfehlungen erhält der Auftraggeber später per Post.

Der Solarwärme-Check im Wert von über 400 Euro ist ein Angebot für alle Verbraucher, die eine Solarwärmeanlage für die Warmwasserbereitung und / oder Heizungsunterstützung besitzen.

Dank der Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, beträgt die Kostenbeteiligung des Anlagenbesitzers nur 40 Euro, für einkommensschwache Haushalte mit einem entsprechenden Nachweis ist der Solarwärme-Check sogar kostenlos.