Gewerbeflächenumsatz in der Region deutlich gestiegen
Wirtschaftsförderung der Region Hannover stellt Ergebnisse des Monitorings vor

Das Gewerbeflächenmonitoring 2017 wurde jetzt vom Amt für Wirtschaftsförderung der Region Hannover vorgestellt und gibt Aufschluss über die Entwicklung der gewerblichen Flächennachfrage und des Flächenangebots.

Veräußert wurden ebenfalls mit über 70 % kleinere Flächen mit bis zu 5.000 Quadratmetern Größe. Der Umsatz von Flächen mit Autobahnanbindung (maximal 2 Kilometer bis zur Anschlussstelle) war mit 38 % leicht rückläufig - im Vorjahr waren es noch 49 %.

In der Region Hannover sind insgesamt rund 775 Hektar Gewerbeflächen in Flächennutzungs- und Bebauungsplänen gelistet. Das Angebot ist damit gegenüber den 776 Hektar im Vorjahr fast unverändert geblieben. Über 40 % dieser Flächen liegen in unmittelbarer Nähe zur Autobahn und daher besonders verkehrsgünstig. Die meisten dieser Grundstücke sind jedoch nicht sofort verkaufsbereit - nur knapp 38 Hektar haben einen Bebauungsplan, sind erschlossen und im Eigentum der Kommune.

Für große Logistikansiedlungen werden zusammenhängende Flächen von mindestens 5 Hektar in unmittelbarer Autobahnnähe benötigt, die auch nachts eine Belieferung mit dem LKW erlauben. Davon gibt es nur etwa 50 Hektar, die allerdings noch keinen gültigen Bebauungsplan besitzen. Insgesamt sind rund 627 Hektar im gesamten Regionsgebiet potenziell als Gewerbefläche nutzbar, aber nur etwa 79 Hektar dieser sog. „Vorschauflächen“ könnten kurzfristig einen Flächennutzungs- und Bebauungsplan erhalten.

„Das seit mehreren Jahren rückläufige Gewerbeflächenangebot und der geringe Anteil sofort verfügbarer Flächen mit Autobahnanbindung bereitet uns nach wie vor einige Sorgen“, sagt Ulf-Birger Franz, der Wirtschaftsdezernent der Region Hannover.

„Wir sind aber zuversichtlich, dass bis zum Jahresende auch wie-der große, autobahnnahe Grundstücke für Logistikansiedlungen bereitgestellt werden können.“

Gemeint sind die Vorschauflächen „Münchener Straße West“ in Langenhagen mit rund 23 Hektar als größte kurzfristig nutzbare Gewerbefläche sowie die Fläche „Barsinghausen/Groß Munzel, nördlich der Deponiestraße“ mit 19,5 Hektar. Im erst längerfristig realisierbaren „Gewerbepark Wunstorf-Süd“, wo zukünftig insgesamt 85 Hektar Logistikfläche entwickelt werden sollen, wird ein erster Bauabschnitt von gut 11 Hektar noch 2017 vermarktungsreif sein. Die Flächen werden von einer gemeinsamen Entwicklungsgesellschaft der Stadt Wunstorf und der HRG Grundstücksgesellschaft entwickelt und vermarktet.

„Wir wollen uns bei der Flächenvorsorge nicht allein auf Logistikansiedlungen fokussieren, denn auch für produktionsorientierte Branchen oder wissensintensive Dienstleistungen werden dringend attraktive Gewerbeflächen benötigt“, sagt Alexander Skubowius, Leiter des Fachbereichs Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung der Region Hannover.

„Die verschiedenen Nutzergruppen haben jedoch ganz spezifische Standortansprüche. Dazu haben wir gemeinsam mit den Kommunen eine Bestandsaufnahme und Bewertung aller Flächenpotenziale in Auftrag gegeben. In die Bewertung fließen nicht nur Flächen auf der sog. „grünen Wiese“, sondern auch Gewerbebrachen, Baulücken oder sonstige Entwicklungspotenziale in bestehenden Gewerbegebieten ein.“ Ende des Jahres sollen diese Ergebnisse vorliegen.

Ein erster Schritt zur Flächenmobilisierung im Innenbereich ist die Revitalisierung von potenziell wiedernutzbaren Gewerbebrachen. Seit 2013 werden auch Brachen in das Gewerbeflächenmonitoring einbezogen. Derzeit sind es 33 Brachen mit 178,5 Hektar Gesamtfläche. Diese Grundstücke bleiben häufig jahrelang ungenutzt, obwohl sie als gewerblich nutzbar gelten, weil alte Gebäude auf dem Gelände stehen, Altlasten im Boden sind oder ein fehlender bzw. überholter Bebauungsplan einer Vermarktung im Wege steht.

Die Region Hannover fördert daher Konzepte zur Wiedernutzung solcher Flächen. Für die 3 Brachen Zuckerfabrik Weetzen in der Stadt Ronnenberg, das VION-Gelände in Wunstorf sowie das Hüttengelände in Neustadt am Rübenberge liegen derzeit entsprechende städtebauliche Planungskonzepte vor oder sind in Arbeit. Für das VION- Gelände wird inzwischen die Bauleitplanung vorbereitet und ein Investor für eine Wohnbebauung mit etwa 200 neuen Wohneinheiten gesucht.

Weitere Informationen erhalten Sie hier.