Planung und Ausführung von Zentralstaubsauganlagen
Wohnraumhygiene mit frischer Luft und staubfreien

Die Zentralstaubsauganlage Allaway von Vallox schafft nicht nur mehr Bequemlichkeit, sondern sorgt auch für ein hygienisch einwandfreies Wohnumfeld.

Der Frischluftspezialist Vallox führt Systeme zur kontrollierten Wohnungslüftung sowie Zentralstaubsaugsysteme im Programm und vermittelt mit diesem Beitrag Tipps für die Planung und Ausführung von Zentralstaubsauganlagen.

Der Hygiene-Aspekt zählt bei den zentralen Staubsauganlagen zu den wesentlichen Vorteilen: Mit dem Staub werden auch alle organischen Verunreinigungen, wie Pollen, Milbenkot und Bakterien mit der Fortluft aus dem Haus befördert.

Konventionelle Bodenstaubsauger blasen die eingesaugte Luft hingegen wieder im Raum aus und verteilen den belasteten Mikrostaub in den Wohnräumen. Mit dem Geruchssinn ist dieser Nachteil an der staubig-muffigen Raumluft während und nach dem Staubsaugen zu erkennen. Dass diese belastete Luft nicht harmlos ist, zeigt sich bei vielen Betroffenen an allergischen Reaktionen.

Unbedingt zu empfehlen, ist ein zentrales Staubsaugsystem deshalb besonders für Menschen, die an Hausstauballergie leiden. Zum Staubsaugen wird dabei anstelle eines sperrigen und kabelgebundenen Bodengerätes nur das Reinigungsset benötigt, das aus einer Bodendüse und einem Saugschlauch (8 oder 10 m Länge) besteht. Beim Anschluss des Saugschlauchs an die jeweilige Saugdose im Raum startet automatisch der im Keller installierte Zentralstaubsauger.

Zu den Komfortmerkmalen zählen somit in erster Linie die leichte Handhabung und der leise Betrieb. Während Zentralstaubsauganlagen in den skandinavischen Ländern sowie in den USA längst zum Standard gehören, führt diese Technik in deutschen Häusern eher noch ein Nischendasein.

Zentralstaubsauganlagen bestehen aus einer überschaubaren Zahl von Komponenten:

• Zentralstaubsauggerät: Das meist zylinderförmige Zentralgerät wird im Keller oder in einem Abstellraum an der Wand montiert. Der aus dem Raum abgesaugte Staub gelangt dann über die Saugleitung zum Zentralstaubsauger. Dort wird die abgesaugte Luft nach dem Zyklonprinzip gefiltert und über einen Fortluftauslass ins Freie geleitet.

• Rohrsystem: Die Saugleitungen bestehen aus Kunststoffrohren; beim Allaway-Zentralstaubsaugsystem aus Polypropylen (PP). Nach Informationen des Anbieters Vallox wird bei der Herstellung des Rohrwerkstoffs ein spezielles Granulat beigemischt, durch das eine statische Aufladung nahezu verhindert wird. Die zu dem Allaway-Rohrsystem gehörenden Formteile (Bogen u. Abzweige) sind für hohe Strömungsgeschwindigkeiten optimiert und sind in abriebgefährdeten Bereichen mit verstärkten Wanddicken versehen. Die Rohrverbindung erfolgt mittels einer konischen Steckmuffenverbindung mit Dichtring.

• Saugdosen: Die Saugdose ist die Verbindungsstelle zwischen Saugschlauch und Rohrsystem. Das Design hat Ähnlichkeit mit Lichtschaltern, so dass die Saugdosen eine optische Einheit mit Steckdosen und Schaltern bilden. Die Saugdosen des Allaway-Systems sind mit einem Fangkreuz ausgestattet, damit versehentlich mit eingesaugte Kleingegenstände nicht in das Rohrsystem gelangen können.

• Steuerleitungen: Das Zentralstaubsauggerät schaltet automatisch ein, sobald der Saugschlauch an die Saugdose angeschlossen wird. Für das Steuersignal zum Ein- und Ausschalten wird dazu von jeder Saugdose entlang der Saugleitungen eine 2-adrige Schutzkleinspannungsleitung (24 V Steuerspannung) verlegt.

• Reinigungsset: Das Staubsaugen erfordert keine Umgewöhnung; die Ausrüstung für diese Hausarbeit besteht aus einem Set mit Bodendüse, Teleskoprohr und ei-nem Saugschlauch. Den Unterschied machen das entfallende Bodengerät sowie die Länge des Saugschlauchs, der wahlweise mit 8 oder 10 m Länge (Allaway) erhältlich ist.

• Weitere Einzelkomponenten sind: Fortluftauslass (für den Einbau in die Außenwand zur Ableitung der Fortluft ins Freie), Fortluftschalldämpfer (zur Minderung des Luftschalls am Fortluftauslass), Sockeleinkehrdüse (Gehäuse für den Einbau in die Wand oder z.B. in die Sockelblende einer Einbauküche, für die Schmutzbeseitigung bei der Bodenreinigung mit einem Besen).

Planung einer Zentralstaubsauganlage

Um eine optimale Funktion und Nutzung gewährleisten zu können, sollten die allgemeinen Planungsgrundsätze sowie die Vorgaben der VDI 4709 1) berücksichtigt werden. Als Ausgangspunkt für die Planung dienen zunächst die Geschossgrundrisse. Anhand der Grundrisse lässt sich bestimmen, wo das Zentralstaubsauggerät installiert werden kann und wo Platz für die Verlegung der Saugleitungen ist.

Dabei sollte geprüft werden, ob ggf. Installationsschächte genutzt werden können. Daraus lässt sich ermitteln, ob die Saugleitungen und Saugdosen unter Putz installiert werden können oder ob Möglichkeiten für eine Aufputzinstallation geschaffen werden müssen.

Grundsätzlich können Zentralstaubsauganlagen auch in bestehenden Gebäuden nachgerüstet werden. Sowohl im Neubau wie auch bei Sanierungen sind dabei die Anforderungen an Schallschutz, Brandschutz und ggf. Feuchtigkeitsschutz zu berücksichtigen.

Um eine optimale Saugleistung zu erzielen, sollte das Saugleitungssystem so kurz wie möglich und die Anzahl der Umlenkungen so gering wie möglich sein.

Für die Anordnung des Zentralstaubsauggerätes sollte eine zentrale Stelle gewählt werden, die sowohl eine kurze Anbindung an das Saugleitungssystem als auch eine kurze Fortluftleitung ermöglicht.

Kurzform des Planungsablaufes in 4 Schritten

  1. Festlegung des fixen Montageortes für das Zentralstaubsauggerät.

  2. Bestimmung von Anzahl und Anordnung der Saugdosen. Für die Planungspraxis ist hierbei der „Bindfaden-Tipp“ empfehlenswert: Mit einer maßstabgerecht auf die Länge des Saugschlauchs zugeschnittenen Paketschnur lässt sich anhand des Grundrissplans prüfen, ob von den Saugdosen aus der Schlauch bis in die Raumecken reicht. Mit dieser simplen Methode lässt sich die Anordnung der Saugdosen optimieren.

  3. Festlegung der Leitungsführung für Saugleitungen (Steigleitungen und Anschlussleitungen) sowie für die Fortluftleitung.

  4. Bestimmung der benötigten Geräteleistung des Zentralstaubsauggerätes.

Planung des Saugleitungsnetzes

Das Rohrsystem für die Unterdruck-Saugleitungen besteht bei dem Allaway-System aus einer einzigen Dimension mit einem Rohraußendurchmesser von 44 mm. Eine Dimensionierung von Rohrquerschnitten erübrigt sich damit.

Für die Auslegung ist die maximale Saugdistanz maßgebend. Diese ergibt sich aus der Gesamtleitungslänge - von der entferntesten Saugdose bis zum Fortluftauslass.

Die maximale Saugdistanz ist ganz entscheidend für die Bestimmung der Größe für das Zentralstaubsauggerät: Je kürzer die maximale Saugdistanz ist, desto weniger Saugleistung wird benötigt.

Die Saugleitungen können sowohl Aufputz als auch Unterputz sowie in Installationsschächten verlegt werden. Bei der Verlegung unter Putz sowie im Bodenaufbau müssen die Steckverbindungen zusätzlich mit Kaltschrumpfband abgedichtet werden.

Fortluftführung: Schallschutz nach außen beachten

Die vom Zentralstaubsauggerät gefilterte Fortluft wird über die Fortluftleitung und einen durch die Außenwand führenden Fortluftauslass ins Freie abgeführt. Bei der Planung ist die benachbarte Bebauung zu berücksichtigen, um Belastungen durch Emissionen zu vermeiden. Beim Einsatz von Zentralstaubsauganlagen (insbesondere in gewerblichen Objekten) sind auch die Anforderungen der TA Lärm 2) und der VDI-Richtlinie 2058 Blatt 2 und Blatt 3 zu beachten 3).

Zur Geräuschminderung ist unmittelbar vor dem Fortluftaustritt ein Fortluftschalldämpfer einzusetzen. In Wohngebieten gelten nach VDI 2058 folgende maximal zulässigen Schallpegel:

• Tag < 50 dB/A außen

• Nacht < 35 dB/A außen

Dimensionierung und Montage des Zentralstaubsauggerätes

Für Zentralstaubsauganlagen stehen verschiedene Geräteleistungen zur Auswahl; mit dem Allaway-Sortiment sind Saugdistanzen von 25 bis 60 m möglich. Als Montageort sollte ein Raum außerhalb des Wohnbereiches gewählt werden - zum Beispiel im Keller, im Abstellraum oder aber in einem Technikraum. In Mehrfamilienhäusern ist ein schalltechnisch günstiger Raum zu wählen sowie die DIN 4109 4) zu beachten.

Denkbar ist auch die Installation in einer Garage, wobei hierfür die Garagenverordnung (GarVO) des jeweiligen Bundeslandes zu beachten ist 5). Zentralstaubsauggeräte in spritzwassergeschützter Ausführung (IP X4) dürfen auch in Feuchträumen installiert werden.

Auch muss für die Wahl des Montageortes der zulässige Bereich für die Umgebungstemperaturen berücksichtigt werden - in jedem Fall muss der Aufstellraum frostfrei sein, gleichzeitig aber auch eine ausreichende Luftzirkulation ermöglichen.

Grundsätzlich ist auch die Montage in einem Heizraum zulässig, sofern die Leistung der Feuerstätten bei gasförmigen und flüssigen Brennstoffen nicht mehr als 100 kW und bei festen Brennstoffen nicht mehr als 50 kW beträgt.

Fazit

Reine und gesunde Luft in Wohnräumen ist ein zunehmend bedeutender Maßstab für die Lebensqualität, denn rund 90 Prozent ihrer Zeit verbringen die Menschen in geschlossenen Räumen.

Eine mangelnde Raumluftqualität ist eine der Hauptursachen für Allergien. Um kontinuierlich eine gesunde Raumluftqualität bereitstellen zu können, spielt neben der ausreichenden Frischluftzufuhr auch die Vermeidung von Staubbelastung eine entscheidende Rolle.

Die zentralen Staubsaugsysteme bieten im Vergleich zur konventionellen Staubbeseitigung den Vorteil, dass auch der mit Pollen und Bakterien verunreinigte Mikrostaub zuverlässig entfernt wird und beim Saugvorgang die eingesaugte Luft komplett abgeführt und gefiltert ins Freie geleitet wird.

Zentralstaubsauganlagen stellen für die Nutzer von Gebäuden eine ideale Ergänzung zu Wohnungslüftungssystemen und für das SHK-Fachhandwerk zusätzliches Umsatzpotenzial dar.

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