BFW-Umfrage: Politische Rahmenbedingungen
Wohntrends der Zukunft stärker fördern

Die „Water Towers“ auf der Elbinsel Wilhelmsburg in Hamburg markieren das Wohnen der Zukunft in der Stadt. (Foto: IBA Hamburg / Johannes Arlt)

Rund 90 % der befragten Mitgliedsunter- nehmen hatten angegeben, dass Wohn-Zukunftstrends für ihre Unternehmen eine große oder herausragende Bedeutung einnehmen. Trotz dieser hohen Sensibilisierung geben 70 % der Befragten an, diese Trends, aufgrund der derzeit politischen Rahmenbedingungen, nicht kostengünstig in der Breite umsetzen zu können. Notwendig wären deshalb eine andere Baulandpolitik (21 %), geringere Planungsvorläufe (21 %) und Veränderungen im Bauplanungsrecht (16 %).

Trends der Zukunft

Als größten Zukunftstrend betrachten rund 15 % der BFW-Mitglieder die Flexibilisierung des Wohnens. Dabei werden während des Bauprozesses - unter anderem durch den Einsatz von Modulen - die Voraussetzungen geschaffen, die Gebäude später mit Blick auf Barrierefreiheit oder eine Veränderung der jeweiligen Familiensituation anpassen zu können. Aber auch veränderte Mobilitäts- und Sicherheitskonzepte (jeweils 14 %), Gebäudeintelligenz (11 %) und die zunehmende Urbanität (11 %) werden als Trends genannt, die das Wohnen der Zukunft künftig stark beeinflussen werden. Die zunehmende Individualisierung nimmt mit 12 % ebenfalls einen hohen Stellenwert ein:

Rund 86 % der befragten BFW- Unternehmen geben an, ihre Kunden bereits frühzeitig einzubinden - sei es bei der Grundrissplanung, beim Ausstattungsniveau oder der technischen Ausstattung. Die von Forschern häufig zitierten Trends der „Sharing Society“(3 %) und der „Konnektivität im Quartier“ (6 %) spielen für die Projektentwickler in der Praxis bisher nur eine untergeordnete Rolle. Dazu zählen unter anderem halb-öffentliche oder geteilte Wohnräume („Co-Housing“), Urban-Gardening-Projekte oder gemeinsame Online-Plattformen, die ein deutlich stärkeres Gemeinschaftsgefühl im Quartier fördern können.

Weichen für die Zukunft stellen

„Der demografische Wandel, die Wanderung in die Städte und die Veränderung der traditionellen Familienstruktur führen zu fundamentalen Änderungen in der Gesellschaft und verändern damit auch das Wohnen der Zukunft“, resümierte Andreas Ibel, Präsi- dent des BFW-Bundesverbandes. „Diese gesellschaftlichen Umbrüche werden alle Menschen im Land betreffen. Deshalb müssen wir die veränderten Ansprüche auch für alle Menschen im Land umsetzen können - auch und vor allem im unteren und mittleren Preissegment!

Dafür ist die Ausweisung von ausreichend und preisgünstigem Bauland unabdingbar, aber auch die Beschleunigung und die Vereinfachung von Planungs- und Genehmigungsverfahren. Vor allem aber gilt es, das Ordnungsrecht zu entschlacken und zu flexibilisieren, damit auch hier die Weichen auf „Zukunft“ gestellt werden.“

IBA thematisierte Zukunft der Stadt

Bereits die letzte Internationale Bauausstellung IBA in Hamburg (2006-2013), die jüngste Messe ihrer Art auf deutschem Boden, hatte die Zukunft der Stadt im 21. Jahr- hundert zum Thema. Dabei standen vor allem Fragen zur Metropolentwicklung im Vordergrund. Mit 70 baulichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Projekten wurde im Herzen der Hansestadt aufgezeigt, wie eine Großstadt in Zukunft umweltfreundlich und sozial ausbalanciert wachsen kann. Das 35 km2 große IBA-Projektgebiet auf den Hamburger Elbinseln Wilhelmsburg und Veddel sowie im Harburger Binnenhafen wurde so zu einem Vorbild für nachhaltige und zukunftsorientierte Stadtentwicklung - schließlich leben in diesem Projektgebiet mehr als 55.000 Menschen aus über 100 Nationen.

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