„Altersgerechte Assistenzsysteme“
Ziel: Länger leben im eigenen Heim

Jörg Bensberg, Landrat des Kreises Ammerland und 1. Vorsitzender der Metropolregion Nordwest, konnte zahlreiche Besucher sowie Vertreter der unterschiedlichsten Interessensverbände in Oldenburg begrüßen. [Fotos: GewiNet]

Innovative Technik kann dabei helfen, diesem Wunsch nachzukommen. Um den Austausch darüber zu fördern, hat die Metropolregion Nordwest das Thema „Altersgerechte Assistenzsysteme in der Wohnungswirtschaft“ zu einem ihrer Schwerpunkt gemacht.

Daran, dass Ältere in ihrer Wohnung dank der Technik nachhaltig und altersgerecht wohnen können, arbeitet Dr. Marco Eichelberg vom OFFIS - Institut für Informatik, FuE Bereich Gesundheit, an der Universität Oldenburg - im Projekt „LivingCare“. LivingCare steht dabei für ein lernendes Hausautomationssystem.

Die Potenziale von Smart Home-Technologien bei sozialen Dienstleistern stellte Simon Timmermanns von der Johanniter-Unfall-Hilfe, Regionalverband Weser-Ems, vor. Die Messung von Vitaldaten rettet Leben. Durch diese Art von Daten kann zum Beispiel ein Sturz frühzeitig erkannt oder sogar vermieden werden.

Das Thema „Barrierefreies Wohnen und was unabhängige Wohnberatungsstellen leisten“, beleuchtete Silke Keller, Dipl.-Ing. (Architektur) der Zukunftswerkstatt Gesundheit und Pflege, anhand des Kompetenzzentrums Barrierefreies Wohnen in den Berufsbildenden Schulen Syke.

Silke Keller betonte, dass sie Menschen individuelle Lösungsansätze zeigen wolle und dass es insgesamt mehr finanzielle Unterstützung für unabhängige Wohnberatungsstellen geben muss.

Christian Morawietz, ProVita Alltagsassistenz Deutschland, stellte Sicherheits- und Entlastungssysteme für zuhause und unterwegs vor: Besonders bei Menschen mit Weglauftendenzen kann eine Uhr hilfreich sein, die sich optisch nicht von anderen unterscheidet, jedoch mit GPS ausgestattet ist und dabei hilft, orientierungslose dementiell Erkrankte zu orten.

Vor dem Hintergrund des steigenden Pflege- und Hilfsbedarfs arbeitet zum Beispiel die Wolfsburg AG in dem Handlungsfeld Gesundheit an quartiersbezogenen Wohnkonzepten und modernen Assistenzsystemen zur Stärkung der häuslichen Pflege.

Hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit dieser Assistenzsysteme zeigten die Referenten Andreas Stallkamp (Wohnberater Landkreis Osnabrück) und Martin Schnellhammer (Living Lab Wohnen + Pflege) konkrete Anwendungsbeispiele und gaben einen Aus-blick auf künftige Entwicklungen.

In der abschließenden Diskussion wurden mögliche Implementierungsstrategien von neuen technischen Assistenzsystemen erörtert: Magdalena Knappik, Dienstleistungsreferentin der IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim und Geschäftsführerin von GewiNet, schilderte, dass dieses Thema bei vielen Akteuren der Immobilienwirtschaft noch nicht auf der Agenda steht. Die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure soll noch verbessert werden.

Für den Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) nahm der Geschäftsführer des Landesverbandes Niedersachsen/Bremen, David Huber, an der Veranstaltung teil. Der BFW unterstützt als offizieller Partner des GEWINET-Kongresses derartige Diskussionen, wes-halb Huber auch während der Talkrunde die Standpunkte der Wohnungswirtschaft aufzeigte.

In der abschließenden Diskussion wurde auch der Bedarf nach altersgerechten Assistenzsysteme deutlich, jedoch steht die Umsetzung noch vor großen Herausforderungen. Interessierte können sich bei den Wohnberatungsstellen der Landkreise über das jeweils vorort existierende Angebot informieren.

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