BFW-Landesverbandstag mit „Hannover-Forum“
Zukunftsfähige Baukultur im urbanen Kontext

BFW-Vorstandsvorsitzender Dirk Streicher bekräftigte den Willen der Branche, Bewegung in das Thema „Bezahlbares Bauen“ zu bringen.

Wohnungsbauexperte Dirk Streicher, Vorstandsvorsitzender des BFW-Niedersachsen/Bremen, betonte in seiner Eröffnungsrede die Aufbruchsstimmung und den festen Willen der Branche, Bewegung in bezahlbare Bauvorhaben innerhalb von Ballungszentren zu bringen - trotz Widrigkeiten, wie fehlender Bauflächen und schwer zu realisierenden Gesetzesvorgaben und Normen.

Anerkennende Worte gab es daraufhin in der Grußrede von Cornelia Rundt, Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Die innovative Kraft des BFW würde anerkannt und hoch geschätzt bei der Herausforderung, Wohnraum zu schaffen, erklärte die Ministerin, für die der Besuch des „Hannover-Forums“ fast schon zur Selbstverständlichkeit geworden ist.

Die Bremer Senatsbaudirektorin, Professorin Iris Reuther, schilderte beispielhaft verschiedene bezahlbare Mietwohnungsbauprojekte im Sinne einer gelungenen Quartiersentwicklung in der Weserstadt.

„Wohnungsbau ist gleich Städtebau“, so die Senatorin. Dieses impliziere die Arbeit an nachhaltigen Quartieren und Adressen, in denen Nachbarschaft, Mobilität und Qualität eine bedeutende Rolle spielen.

Vereinbarkeit von Architektur, Energie und Kosten in der urbanen Baukultur

Kurzweilig und anschaulich verdeutlichte Conrad von Meding, Redakteur für Stadtentwicklung und Architektur bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, die Brisanz des Themas, urbane Baukultur in heutigen Zeiten zu meistern.

Als politische Herausforderung sieht von Meding das Schaffen von qualitativ hochwertigem und gleichzeitig bezahlbarem Wohnraum für schwächere Einkommensgruppen.

Wie urbane Baukultur in der heutigen Praxis verwirklicht werden kann, wurde dem Publikum anhand zweier aktueller Wohnungsbauprojekte nahegebracht:

Lorenz Hansen, der Vorsitzende der Geschäftsführung des hannoverschen Wohnungsbauunternehmens Gundlach, präsentierte mit dem Projekt „VIER“ ein komplexes Wohnungsbauvorhaben in Hannovers „Pelikanviertel“, das die große Bandbreite der Möglichkeiten moderner Baukultur mit unterschiedlichen Stilen, Preiskategorien und Ansprüchen abdeckt.

„Reduziertes Bauen mit schlankem Designanspruch“ - so interpretierte hingegen Weber Massivhaus das Thema „Urbanes, bezahlbares Wohnen am Stadtrand von Hannover“. Das Konzept, geprägt von maximaler Schlichtheit mit minimalem Einsatz, erläuterte Weber Massivhaus-Geschäftsführer Philipp Weber.

Einen spannenden Dialog bot im Anschluss die von Conrad von Meding geleitete Podiumsdiskussion „Ausgezeichnet leben im urbanen Wohnquartier“. Zu Beginn beschrieben die Podiumsteilnehmer, wie die Baukultur der Zukunft im Jahr 2050 aussehen könnte.

Die Antworten von Professorin Iris Reuther, Lorenz Hansen, Philipp Weber, Harald Kiefer (Bund Deutscher Architekten/LV-Niedersachsen) sowie Uwe Bodemann (Stadtbaurat Hannover) fielen durchaus ähnlich aus:

Grüner, kleiner, räumliche Nähe von Arbeiten und Wohnen, effizienter, nachhaltiger und einfach smarter, werde das künftige Wohnen aussehen, prognostizierten alle Experten unisono.

Am Ende wurde deutlich, dass es keine Patentlösung für urbane, qualitativ hochwertige und gleichzeitig auch bezahlbare Baukultur geben könne.

Dennoch bestehe aber ausreichend Raum für unterschiedliche Ansätze, wie die Lifestyle-Lösung von Gundlachs „VIER“ oder das Bauen nach minimalistischem Prinzip von Weber Massivhaus zeigten. Wichtig sei, die gemeinsame Auseinandersetzung mit den aufgezeigten Themen jetzt gemeinsam für eine erfolgreiche Entwicklung weiter voranzutreiben.

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